Drei goldene Regeln für Eltern

Wie können wir unsere Kinder vor Missbrauch im Netz schützen?

11. März 2021 - 9:15 Uhr

Sexualstraftäter nutzen Apps aus

Unsere Kinder wachsen als "Digital Natives" auf – das Internet ist überall. Und das hat auch Schattenseiten. Youtube-Stars, die wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Fans verurteilt werden, pädophile Straftäter, die mit der Video-App "Likee" Nacktfotos von kleinen Mädchen erpressen: Immer wieder bekommen Eltern bei solchen schlimmen Nachrichten Angst um ihre Kinder. Doch ihnen deshalb den Zugang zum Internet komplett verweigern? Es gibt auch andere Wege: Gespräche auf Augenhöhe und Sicherheitsvorkehrungen können Minderjährigen dabei helfen, sich selbst zu schützen. Was eine Expertin rät und welche kleinen Geräteeinstellungen schon einen großen Effekt haben, sehen Sie im Video.

Regel Nr. 1: Über Missbrauchs-Gefahren sprechen!

"Unkenntnis begünstigt Missbrauch", warnt die Polizei auf ihrer Beratungs-Website. Gerade jüngeren Kindern fehlen oftmals die Antennen, um hinter einem vermeintlich netten Online-Kontakt böse Absichten zu vermuten. Den Eltern fällt es oft schwer, das Tabu-Thema des sexuellen Missbrauchs anzuschneiden – aus Angst, ihre Kinder zu verstören. Doch ebenso, wie schon den Kleinsten erklärt wird, auf der Straße nicht mit Fremden mitzugehen, sollte auch im Bezug auf das Netz vorgegangen werden. So können die Kinder selbst ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass gerade in Apps, in denen vermeintlich harmlose Fotos oder Videos ausgetauscht werden, nicht immer alles Gold ist, was glänzt.

Auch, wenn bereits etwas vorgefallen ist, sollten Kinder ohne Hemmungen darüber sprechen können – das gilt auch für andere ernste Online-Probleme wie Cybermobbing. Signalisieren Sie, dass Sie immer mit einem offenen Ohr und ohne Vorwürfe für solche Gespräche da sind.

Regel Nr. 2: Gemeinsam Grenzen abmachen

Mutter und Tochter schauen zusammen auf Smartphone
Ein gemeinsamer, offener Umgang mit den Möglichkeiten und Gefahren des Internets ist das A und O.
© iStockphoto

Entdecken Sie neue Apps oder Online-Plattformen gemeinsam. So entwickeln Sie als erwachsene Bezugsperson selbst ein Gespür dafür, wie darin kommuniziert wird, können mögliche Schwachstellen schnell selbst identifizieren und zusammen mit dem Nachwuchs eine Lösung finden. Auch Regeln zur Nutzung, etwa wie viel Zeit pro Woche mit der App verbracht werden darf, lassen sich so leichter vereinbaren.

Verschiedene Websites bieten hier Unterstützung an, zum Beispiel "Schau hin!", eine Initiative des Familienministeriums sowie von Das Erste, ZDF und AOK oder "Klicksafe" von der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet.

Kinderschutz-Software wie "Jusprog" oder "Qustodio" ermöglicht es Eltern, bestimmte Seiten zu sperren, die Nutzungszeit von Smartphones zu begrenzen und Inhalte zu filtern. Wie genau das funktioniert, sehen Sie im Video.

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Regel Nr. 3: Geräte und Profile richtig einstellen

Auch, wenn bei Apps wie TikTok oder Likee Inhalte mit der ganzen Welt geteilt werden – für Minderjährige sollten Einschränkungen gelten. So lässt sich das Profil auf privat stellen. Online gestellte Videos und Fotos können dann nur Follower sehen, die vorher einen Antrag gestellt haben. So kann der virtuelle Freundeskreis auf Menschen, die Ihr Kind tatsächlich kennt, eingeschränkt werden.

Bei Direktnachrichten gibt es ebenfalls die Möglichkeit, diese nur bestimmten Personen zu gestatten. Ebenso kann man bei Whatsapp unter Einstellungen – Account – Datenschutz Gruppeneinladungen begrenzen. Auch Profilbild und der letzte Zeitpunkt, an dem man online war, lassen sich vor bestimmten Personen verstecken.

Der vollständige Name, Wohnort, Handynummer und andere persönliche Details sollten in der App nicht in der Beschreibung stehen und auch nicht herausgegeben werden. Viele Apps arbeiten außerdem mit Funktionen, die auf die Standortdaten des Smartphones zurückgreifen. Sind diese ausgeschaltet, kann auch der Aufenthaltsort der Kinder nicht ermittelt und verhindert werden, dass aus einem verdächtigen Online-Kontakt echtes Stalking wird.

Sexueller Missbrauch in öffentlichen Einrichtungen: Leitfaden soll helfen

Nicht nur in der virtuellen, vor allem in der realen Welt ist sexueller Missbrauch von Kindern ein Problem - auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Vereinen. Diese sind mit dem Thema oft überfordert. Ein Leitfaden der Bundesregierung soll den Verantwortlichen nun helfen, das Tabu zu brechen und im Ernstfall zu wissen, wie sie richtig reagieren.

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