Missbrauch bei Freiburg: Markus K. zu zehn Jahren Haft verurteilt

Im Missbrauchsprozess in Freiburg ist das erste Urteil gefallen: Markus K. muss zehn Jahre in Haft.
Im Missbrauchsprozess in Freiburg ist das erste Urteil gefallen: Markus K. muss zehn Jahre in Haft.
© dpa, Patrick Seeger, pse htf

19. April 2018 - 17:17 Uhr

Erstes Urteil im Prozess um einen Pädophilen-Ring bei Freiburg

Das erste Urteil in dem entsetzlichen Missbrauchsfall von Freiburg, der bundesweit Schlagzeilen machte, ist gesprochen: Der 41 Jahre alte Markus K. ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht Freiburg Sicherungsverwahrung und die Zahlung einer Geldstrafe von 12.500 Euro an. Die Sicherungsverwahrung tritt nach Ende der Haftstrafe in Kraft und soll die Allgemeinheit vor als gefährlich eingestuften Tätern schützen.

Markus K. soll den Jungen mehrfach missbraucht haben

Der Gelegenheitsarbeiter aus dem badischen Ortenaukreis hatte gestanden, den Jungen zweimal vergewaltigt zu haben. Markus K. ist wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft. Vor rund acht Jahren hat ihn das Landgericht Freiburg zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nach Überzeugung des Gerichts 2009 einen zehn Jahre alten Jungen in ein Maisfeld gelockt und sich an ihm vergangen hatte.

Im Gefängnis soll er damals Christian L. kennengelernt haben. Christian L. (39) gilt als Drahtzieher im Missbrauchsskandal. Er soll den neunjährigen Jungen nicht nur an Markus K. vermittelt, sondern ihn gemeinsam mit der Mutter des Kindes, Berrin T. (47), an Pädophile verkauft haben.

Weitere Prozesse folgen

Der 41-jährige Markus K. war der erste Verdächtige in dem Fall, der sich vor Gericht verantworten musste. Es gibt insgesamt acht Verdächtige - darunter die Mutter Berrin T. und ihr Lebengefährte Christian L. Sie sitzen in Untersuchungshaft, jeder von ihnen ist gesondert angeklagt. Weitere Prozesse folgen in den kommenden Monaten. Der Prozess gegen die Mutter des Jungen und ihren wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Lebensgefährten beginnt am 11. Juni vor dem Freiburger Landgericht. Seit die Tatverdächtigen festgenommen wurden, ist der Neunjährige in staatlicher Obhut.