Missbrauch an Kindern: Sechseinhalb Jahre Haft für Sporttrainer in Lüneburg

28. September 2016 - 15:14 Uhr

Lange Haftstrafe für Jugendtrainer

In einem Missbrauchsprozess hat das Landgericht Lüneburg einen Sporttrainer zu einer Gefängnisstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Der 28-Jährige hat dem Urteil zufolge zwei von ihm betreute Kinder und einen Jugendlichen missbraucht. 

ARCHIV - Ein schleswig-holsteinischer Justizbeamter steht am 16.10.2013 in Kiel (Schleswig-Holstein) im Landgericht im Sitzungssaal. Rund vier Jahre nach dem ersten Anlauf geht ein Missbrauchs-Verfahren gegen einen früheren Olympia-Schwimmtrainer am
Sporttrainer muss wegen Missbrauchs sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.
© dpa, Angelika Warmuth, bra

Er sei unter anderem des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig, befanden die Richter am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre Gefängnis für den früheren Trainer eines Lüneburger Sportvereins gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine zur Bewährung auszusetzende Strafe von nicht mehr als zwei Jahren plädiert.

Die Vorsitzende Richterin sprach von einem "penetranten, manipulativen Vorgehen" des Trainers. Er habe alles ausgespielt, was ihn den Kindern überlegen erscheinen ließ. Zum Missbrauch geeignete Situationen habe er planvoll und organisiert herbeigeführt. Dabei wertete sie die Einlassungen des Verurteilten während der Verhandlung nur als Teilgeständnis. Die Richterin sprach von einer "nicht ausschließlichen Pädophilie".

Der Verurteilte hatte sich in seinem Schlusswort am vergangenen Montag noch einmal bei den Opfern entschuldigt. "Ich bereue die Vorwürfe", sagte er. "Mir wird so etwas nie wieder unterlaufen können." Bereits im Januar hatte er in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung eingeräumt, dass es teils auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Einer der Jungs sei erst zwölf Jahre alt gewesen. Er habe mit sexuellen Handlungen anderen "eine Freude bereiten wollen", hieß es damals in der Erklärung.  

Im Fall eines von der Staatsanwaltschaft zur Anklage gebrachten Falles mit einem Jugendlichen sah die Kammer aber im Geschehen keinen strafbaren Missbrauch. Der Junge litt laut Gericht zwar unter einer atypischen Form von Autismus, doch sei er nicht widerstandsunfähig gewesen. So erkannte das Gericht hier keine strafbare Handlung.