Mircos Mörder hat beim Motiv gelogen

Olaf H. hat beim Tatmotiv gelogen: "Frust und Stress im Beruf" als Motiv seien nachweislich falsch, teilte die Polizei mit

06. Mai 2011 - 8:20 Uhr

Ist Olaf H. ein Serientäter?

Seit fast zwei Wochen sitzt Olaf H. nun in Haft. Trotz des Geständnisses des 45-Jährigen, den kleinen Mirco aus Grefrath getötet zu haben, ermitteln die Fahnder weiter. Es wird demnach überprüft, ob Olaf H. noch weitere Straftaten begangen hat, bestätigte Polizeisprecher Willy Theveßen auf Nachfrage von 'RTL Aktuell'.

Für die Ermittlungen gibt es zwei Gründe: Zum einem meldeten sich nach der Festnahme des 45-Jährigen Sonderkommissionen aus ganz Deutschland, die in ähnlichen und bisher ungeklärten Fällen ermitteln. Dabei wird abgeglichen, ob es Verbindungen zum Mörder von Mirco gibt, sagte der Sprecher.

Telefonat mit Chef gab es nicht

Am Freitag hatte die Polizei mit Leichenspürhunden das Haus und den Garten des Familienvaters durchsucht. Laut Theveßen hatte es Hinweis darauf gegeben, dass im Garten zuvor gegraben wurde. Die Beamten fanden jedoch nichts. Ohne Ergebnis seien auch das Gelände eines früheren Tierparks und eines Märchenwaldes am Rande von Schwalmtal abgesucht worden.

Zum anderen hat Olaf H. bezüglich seines Mordmotivs gelogen. Der Familienvater hatte nach seiner Festnahme erklärt, Mirco aus Frust getötet zu haben, weil ihn sein Chef zuvor am Telefon zusammengefaltet hatte. Doch wie Thevesen bestätigte, hat es dieses Telefonat mit dem Vorgesetzen bei der Telekom gar nicht gegeben. "Der angegebene Vorgesetzte war zu der Zeit in Urlaub."

Laut Polizei variierten die Angaben des Mannes zu den Tatumständen mehrfach. Ein genaueres Bild werde frühestens nach einer eingehenden psychologischen Untersuchung möglich sein. Verteidiger Gerd Meister nannte unterdessen als ein mögliches Tatmotiv, dass Olaf H. als Kind selber sexuell missbraucht worden sei.