Kommentar zum internationalen Tag der Muttersprache

„Mir schwätzen deytsch“: Liebt eure Dialekte - sie machen euch zu etwas Besonderem!

Muttersprache ist die Sprache, mit der wir aufwachsen. Das kann auch ein Dialekt sein.
Muttersprache ist die Sprache, mit der wir aufwachsen. Das kann auch ein Dialekt sein.
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21. Februar 2019 - 14:20 Uhr

von Lauren Ramoser

Die Muttersprache ist die Sprache, mit der wir Zuhause aufwachsen. Und die kann sich völlig unterschiedlich anhören. Denn Deutsch teilt sich in dutzende Dialekte und hunderte regionale Sprechweisen. Im Alltag führt das schnell zu Verständnisproblemen. Davon kann ich ein Lied singen – allerdings nur auf Hochdeutsch.

Aus „Oma“ wird „Omma“

Ich bin mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen, so wie aktuell etwa 105 Millionen Menschen weltweit. Und dennoch haben wir alle eine andere Vorstellung davon, wie dieses Deutsch klingt. Denn Dialekte bestimmen, mit welcher Sprache wir aufwachsen – und das kann zu Verständnisproblemen führen, auch unter Muttersprachlern.

Ich komme aus dem südlichen Sauerland und wir behaupten (wie viele Menschen aus NRW und Niedersachsen) ein relativ reines Hochdeutsch zu sprechen. Mit Vorurteilen wie die Sachsen oder Bayern haben wir nicht zu kämpfen, obwohl sich auch hier Eigenheiten eingeschlichen haben. Die "Oma" wird zur "Omma" und wir fahren "nach" der Freundin anstatt "zu" ihr.

Meine Großeltern sprechen zusätzlich zum Hochdeutsch noch Sauerländer Platt, das klingt ein bisschen wie Niederländisch. Ich kann "Omma" und "Oppa" über weite Strecken verstehen, sprechen kann ich es allerdings nicht mehr. Und vermutlich werden viele dieser Dialekte mit der Generation meiner Großeltern aussterben.

Raus in die Welt – rein in die Verständnisprobleme

Richtig bewusst wurden mir die unterschiedlichen Muttersprachen am Mittagstisch bei den Eltern meines Freundes. In den Tiefen der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz spricht man Eifler Platt, einen moselfränkischen Dialekt, der eng mit dem Luxemburgischen verwandt ist. Seine Familie unterhält sich, im Gegensatz zu meiner, auch im Alltag auf Platt. Im Zweifel können sie aber auch Hochdeutsch sprechen, auch wenn man ihre Herkunft noch immer deutlich heraushört.

Seine Oma spricht allerdings so gut wie gar kein Hochdeutsch und so lache ich beim gemeinsamen Essen viel und hoffe, dass sie keine Fragen stellt. Denn auch wenn sie sich Mühe gibt, ist ihr Hochdeutsch so durchtränkt vom Dialekt, dass ungeübte Ohren wie meine kaum jedes vierte Wort verstehen.

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Mit Dialekten wird Sprache zur Landkarte

Der Nachteil dieser unterschiedlichen Dialekte ist natürlich, dass wir uns im Zweifel nicht direkt verstehen. Aber ich denke das ist zu verschmerzen, wenn wir dadurch eine so vielfältige und individuelle Sprache haben. Ich finde es toll, wenn ich den Menschen ihre Herkunft anhöre, denn in dem Fall ist Sprache wie eine Landkarte und zeigt, wie vielfältig wir sind.

Und am Ende des Satzes sagen wir alle, dass Deutsch unsere Muttersprache ist – auch wenn wir darunter oftmals etwas ganz anderes verstehen.