Ministerium: Untersuchungshäftling nimmt sich das Leben

03. Juni 2020 - 18:31 Uhr

Brandenburg (Havel) - In der Justizvollzugsanstalt Brandenburg (Havel) hat sich ein Untersuchungshäftling nach Angaben des Justizministeriums in der Krankenabteilung das Leben genommen. Der 55-Jährige sei am Mittwochmorgen stranguliert in seinem Einzelbettzimmer gefunden worden, teilte das Ministerium mit. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen habe der Notarzt nur den Tod des Mannes feststellen können. Die Polizei schließe Fremdverschulden aus.

Der 55-Jährige habe nach einer Gewalttat an seiner Ehefrau am 12. März seit dem Haftbeginn wegen Suizidgefahr unter besonderen Sicherungsmaßnahmen gestanden und sei fortlaufend psychiatrisch behandelt worden, berichtete das Ministerium. Nach einer externen Begutachtung, die eine akute Suizidgefahr verneint habe, seien die Sicherungsmaßnahmen am 27. April aufgehoben worden. Der 55-Jährige habe mit seiner Tochter einen regen Kontakt gehabt und sich auch in dieser Woche zukunftsorientiert gezeigt, hieß es weiter.

Am vergangenen Sonntag hatte sich nach Angaben des Justizministeriums ein Untersuchungshäftling in der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen das Leben genommen. Der Gefangene, gegen den ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung sowie der Körperverletzung vorlag, saß demnach erst seit drei Tagen in Untersuchungshaft.

In Brandenburger Gefängnissen haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als 40 Menschen das Leben genommen. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben des Justizministeriums zwei Menschen. Knapp 120 Suizidversuche gab es den Angaben zufolge seit dem Jahr 2000 bis einschließlich 2019.

Quelle: DPA