Ministerin bewirbt Strategie für Corona-ähnliche Ernstfälle

Katrin Lange, Brandenburgs Europaministerin, unterwegs mit Fred Mahro, Bürgermeister von Guben. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
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22. Juli 2020 - 18:30 Uhr

Auf ihrer Sommertour mit dem Fahrrad entlang von Oder und Neiße hat Brandenburgs Europaministerin Kathrin Lange am Mittwoch die Städte Guben (Spree-Neiße) und Gubin auf polnischer Seite besucht. Bei Gesprächen mit deutschen und polnischen kommunalen Vertretern und der Euroregion machte sie sich ein Bild von der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Gemeinsam wolle man aus den erstmaligen Erfahrungen in der Krise lernen, um für künftige Ernstfälle besser vorbereitet sein, sagte Lange der Deutschen Presse-Agentur nach den Gesprächen. "Wir haben in den vergangenen Monaten Vieles ad hoc geregelt, jetzt müssen wir schauen, wo wir noch nachsteuern können". Das Entscheidende sei, dass man sich kenne, fügte die Ministerin hinzu und lobte diesbezüglich die enge grenzübergreifende Zusammenarbeit beider Städte.

In Guben geht beispielsweise seit Januar ein deutsch-polnisches Polizeiteam regelmäßig gemeinsam auf Streife. Der Aufbau des grenzüberschreitenden Projektes, das mit EU-Mitteln gefördert wird, hat drei Jahre gedauert. Bislang hatte es nur sporadische Streifendienste von Polizisten beider Länder gegeben.

Für ähnliche Situationen wie die Corona-Krise forderte Lange eine Strategie. Dazu werde man sich mit allen Verantwortlichen an einen Tisch setzen, so die Ministerin. Fragen wie etwa Unterkünfte für Berufspendler oder Zahlungswege könnten schon vorher geklärt werden. Die Kommunikation sei in der Corona-Krise auf allen Ebenen schwierig gewesen. "Wir sind gut in Hochwasserlagen und bei Waldbränden. Die Pandemiesituation war für alle neu."

Ähnlich äußerte sich Carsten Jacob, Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Alle seien sich einig, dass die weitere europäische Integration nur dann gelingen könne, wenn in diesem Prozess die Grenzregionen und ihre Institutionen umfassend eingebunden werden.

Mitte März hatte die Regierung in Polen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Grenzen für Ausländer geschlossen. Berufspendler mussten nach ihrer Rückkehr nach Polen zwei Wochen in häusliche Isolation. Davon waren nach Angaben der Industrie- und Handelskammern in Süd- und Ostbrandenburg mehr als 25.000 Pendler in Brandenburg und Berlin betroffen.

Quelle: DPA