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Ministerien im Klima-Check: Merkel und Giffey haben die mieseste Energiebilanz

Umwelthilfe checkt den Energieausweis der Ministerien

Merkel und Giffey haben die mieseste Energiebilanz

Franziska Giffey und Angela Merkel haben die mieseste Umwelt-Bilanz.
Franziska Giffey und Angela Merkel haben die mieseste Umwelt-Bilanz.
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Energiebilanz des Kanzleramts ist richtig schlecht.

Das ist ja mal ein echter Klima-Reinfall: Ausgerechnet das Kanzleramt von Angela Merkel hat eine ganz besonders schlechte Energiebilanz. Nur das Haus von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) schneidet im Regierungs-Vergleich noch schlechter ab. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat von allen Ministerien des jeweils neuesten Hauptgebäudes untersucht. Das Kanzleramt wurde zwar erst im Jahre 2000 erbaut, doch es hat einen Energiebedarf von 195 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²). So steht es im Energieausweis. Das Familienministerium braucht sogar 211 kWh/m².

Rote Klima-Karte für fünf Ministerien.

Dunkle Gewitterwollken brauen sich am 18.08.2017 über dem Bundeskanzleramt in Berlin zusammen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Das Bundeskanzleramt.
wk kde, dpa, Wolfgang Kumm

Den Bürgern und Unternehmen sagt die Bundesregierung ja gerne, wie und warum sie dringend Grünstrom nutzen, Gebäude dämmen oder Ölheizungen abbauen soll. Doch in ihren eigenen Häusern ist sie selbst offenbar besonders klima-schludrig. Fünf Ministerien haben von der Umwelthilfe die rote Karte für eine besonders schlechte Bilanz bekommen, drei die gelbe Karte und nur vier die grüne – den besten Wert schafft das Forschungsministerium (36 kWh/m²).

Der Energieausweis zeigt, wie klimafreundlich Strom und Heizung sind.

Drei Ministerien haben nicht einmal einen Energieausweis für sein Hauptgebäude. Peinlich: Laut DUH ist der Ausweis des Kanzleramts sogar abgelaufen. Alle zehn Jahre muss man ihn erneuern. In den Energieausweis fließt ein, wie gut ein Gebäude gedämmt ist, welche Art von Strom genutzt wird und welche Heizung. Es zählt aber auch, ob der Strom vor Ort z.B. von Solarpaneels produziert oder von weit her angeliefert wird.

Die Regierung ist zum langsam bei der Sanierung der eigenen Gebäude.

dpatopbilder - 17.08.2019, Berlin: Ein Mitglied der Spezialeinheit Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) fährt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung im Bundesfinanzministerium an einer Art Seilbahn vom Dach hinunter, während ein als Showeff
Das Bundesfinanzministerium (hier beim Tag der Offenen Tür im August 2019) weigert sich, den Energetischen Sanierungsfahrplan zu veröffentlichen
christoph soeder lop hpl, dpa, Christoph Soeder

Die Umwelthilfe kritisiert jetzt gegenüber RTL.de, dass die Regierung ihre Hausaufgaben bei den eigenen Gebäuden nicht macht. Seit Jahren weigere sich das Bundesfinanzministerium, den Energetischen Sanierungsfahrplan zu veröffentlichen. Er enthält einen Plan, wie und wann Bundesgebäude saniert werden, damit die Klimaziele bis 2050 erreicht werden.