Alternativmedizin soll Kassenleistung bleiben

Minister Spahn will bei Homöopathie nicht sparen

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18. September 2019 - 13:34 Uhr

Spahn will keine Änderungen

Beim Thema Homöopathie scheiden sich die Geister: Anhänger schwören auf den Effekt von Globulis und Co. Kritiker sehen hingegen keine Belege für die Wirksamkeit der alternativen Arzneimittel. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich zu dem Thema nun klar positioniert. Der CDU-Politiker will, dass die Krankenkassen weiterhin die Kosten für homöopathische Arzneimittel übernehmen. Das sagte der 39-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Nach Angaben von Spahn geben die gesetzlichen Kassen jährlich rund 40 Milliarden für Arzneimittel aus. Etwa 20 Millionen zahlen sie für Homöopathie. Laut Spahn könne man emotional über das Thema diskutieren und dabei vielen Menschen vor den Kopf stoßen. Man könne sich aber auch fragen, ob es das angesichts der gesamten Größenordnung wert sei. Für Spahn sie die aktuelle Situation deshalb "okay".

Frankreich will homöopathische Arzneimittel verbieten

17.09.2019, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, informiert sich in der Charité über die Patientensicherheit. Im Rahmen des Internationalen Tages der Patientensicherheit informiert sich Bundesgesundheitsminister Spahn in der Charité ü
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält an Homöopathie fest.
© dpa, Tom Weller, dul

In Frankreich geht man dagegen einen ganz anderen Weg. Dort sollen homöopathische Arzneimittel ab 2021 nicht mehr erstattet werden. Begründung: Die Heilmittel seien aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend wirksam. Auch in Deutschland wird immer wieder diskutiert, ob Homöopathie-Nutzer ihre Medikamente nicht selber bezahlen sollen. Das fordern beispielsweise viele Praxisärzte. Wer solche Mittel haben wolle, solle sie auch erhalten, "aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft", sagt Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Eigentlich sind die gesetzlichen Krankenkassen gar nicht verpflichtet, die homöopathischen Behandlungen zu bezahlen. Allerdings erstatten viele von ihnen die Kosten, weil es eine Nachfrage gibt. Um Versicherte nicht an die Konkurrenz zu verlieren, zahlen die Kassen lieber.