Minister Müller fordert Rettungsprogramm für Bootsfüchtlinge

© dpa, Giuseppe Lami

30. November 2014 - 9:25 Uhr

Papst Franziskus: Mittelmeer darf kein "großer Friedhof" werden

Ein neues Rettungsprogramm für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gefordert. "Wir dürfen die Scheinwerfer der Rettungsboote nicht ausstellen, damit wir die Ertrinkenden nicht sehen", sagte er der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Nötig sei eine "wirkungsvolle Anschlussregelung" für das ausgelaufene Programm 'mare nostrum', in dessen Rahmen Italien ein Jahr lang Flüchtlinge aus dem Mittelmeer geborgen hatte.

Stattdessen hatte die EU vor einem Monat ihre Mission 'Triton' gestartet. Menschenrechtler kritisieren, dass dabei vor allem die Grenzsicherung im Mittelpunkt stehe und nicht mehr die Rettung von Menschen in Not. Zudem sei das Budget zu klein. Müller sagte, es gehe um neun Millionen Euro pro Monat, die Tausende von Menschen retteten. "Es darf nicht am Geld scheitern." Er werde beim nächsten Europäischen Entwicklungsrat auf Konsequenzen aus dem jüngsten Appell von Papst Franziskus drängen, wonach das Mittelmeer nicht ein großer Friedhof werden dürfe.