11. Januar 2019 - 22:33 Uhr

Minister nimmt Rücksicht auf abergläubische Menschen

Bringt die Zahl 13 Pech? Das fragte sich wohl auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und übersprang vorsichtshalber die Zahl bei seinem neu geplanten Sozialgesetzbuch - um bei vielen abergläubischen Menschen kein Unbehagen hervorzurufen. Das sorgt bundesweit für Verwirrung und wirft die zynische Frage auf, ob die Zahl jetzt von der Bundesregierung komplett gestrichen wird. RTL springt jedenfalls nicht auf diesen Zug und startet wie geplant die 13. Staffel des Dschungelcamps.

Im Gesetz geht es um eine Verbesserung im Bereich der Opferentschädigung

Das neue Sozialgesetzbuch soll die Nummer 14 tragen, obwohl eigentlich die 13 an der Reihe wäre. Diese gilt nämlich als "Unglückszahl". Arbeitsminister Hubertus Heil hat die Zahl deshalb einfach übersprungen. 

"Ich bin kein abergläubischer Mensch und habe auch keine Angst vor Zahlen", sagte Heil der "Bild"-Zeitung. Er sei gläubiger Christ. "Aber in diesem Fall geht es um ein Opferentschädigungsgesetz für Opfer von Gewalttaten." Dabei habe eine Reihe von Opferverbänden darauf hingewiesen, dass es viele Betroffene gebe, die bei so einer Zahl ein ungutes Gefühl hätten.

"Ich finde, wir Politiker brechen uns nichts ab, wenn wir auf solche Empfindungen Rücksicht nehmen." Die "Augsburger Allgemeine" berichtete zuerst darüber.

Das Gesetz ist eine Folge des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt

Die Reform ist auch eine Konsequenz des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Jahr 2016. Mit dem neuen Regelwerk sollen Gewaltopfer künftig unkomplizierter und passgenauer unterstützt werden. Unter anderem sollen Entschädigungszahlungen an Opfer erhöht werden.

Eine Ministeriumssprecherin sagte: "Der Vorlage des Referentenentwurfes ging ein langer Arbeitsprozess voraus, bei dem unter anderem auch die Benennung abgewogen wurde."

Heil: "Es ist eine Frage von Sensibilität"

Minister Heil sagte: "Die Bahn hat keinen Sitzplatz 13, bei vielen Fluglinien gibt es keine 13. Reihe, und in den Hotels fährt man auch oft von der 12. zur 14. Etage." Es sei nicht Aufgabe von Politik, Gefühle von Menschen zu verletzen. "Es ist eine Frage von Sensibilität."