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Mini-Senkung der Öko-Umlage: Wem nützt die Ersparnis von 2,45 Euro im Jahr?

15. Oktober 2014 - 13:52 Uhr

Erstmals sinkt die Sonderabgabe

Es ist eine Premiere: Die von den Stromverbrauchern zu zahlende Ökostrom-Umlage sinkt in 2015 – zum ersten Mal überhaupt. Was heißt das für unseren Strompreis? Beinahe nichts, ein Tropfen auf den heißen Stein, der vielleicht sogar verdampft, bevor die Tinte auf der Stromrechnung trocken ist.

Strommasten vor einem Sonnenuntergang - Senkung der Öko-Umlage minimal
Wenn die Sonne untergeht, fließt wenigstens noch ordentlich Windenergie durch unsere Netz - zu einem hohen Preis.
© dpa, Christoph Schmidt

Statt 6,24 Cent werden künftig nur noch 6,17 Cent pro Kilowattstunde berechnet. Das teilten die Netzbetreiber mit. Zur Verdeutlichung: Wenn Sie in einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 KWh im Jahr wohnen, zahlen Sie im Jahr derzeit 218,40 Euro nur für die Umlage. Künftig – von der Ersparnis können Sie sich dann mal etwas gönnen – nur noch 215,95 Euro.

Über 200 Euro im Jahr – wofür eigentlich? Betreiber von Solaranlagen, Windrädern, Wasserkraft- und Biogasanlagen erhalten für ihre teuer zu erzeugende Energie auf 20 Jahre garantiert eine feste Vergütung – eine Folge des gesellschaftlich gewollten Atomausstiegs nach der Fukushima-Katastrophe. Wenn der Preis, den die Betreiber am freien Markt für ihren Strom erzielen nicht dieser festen Vergütung entspricht, müssen die Stromverbraucher das mit der Sonderzahlung ausgleichen.

Am Ende könnte es trotzdem teurer werden

Kurios: Eigentlich würde die Höhe der Abgabe gar nicht sinken, wäre sie nicht im Vorjahr schlicht zu hoch angesetzt gewesen. Das ist jedenfalls einer der Gründe für die großzügige Anpassung für 2015. Zugleich wird das Wetter für die Entwicklung der Umlage mitverantwortlich gemacht.

Deutlich stärker hätte die Umlage noch sinken können, wären nicht weiterhin viele energieintensive Unternehmen davon befreit. Für die zahlen die Bürger einfach mit, weshalb sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel einige Kritik anhören muss. "Gabriel hat die großzügigen Befreiungen für die energieintensive Industrie ausgeweitet", sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden.

Aber immerhin – die Umlage sinkt. Können wir jetzt wirklich einplanen, für unsere Kinder von den 2,45 Euro ein (kleines) Eis zu kaufen? Wahrscheinlich nicht, denn die Umlage macht zwar einen großen Teil unseres Strompreises aus – immerhin fast ein Fünftel – aber es gibt noch viele andere Faktoren, wegen derer der Strompreis am Ende auch 2015 höher ausfallen könnte als bisher, beispielsweise der teure Netzausbau.

Die Verbraucherzentrale NRW macht aber Hoffnung: Die Netzentgelte als Bestandteil des Strompreises steigen zwar in vielen Netzen, dennoch sieht sie "bei vielen Anbietern noch Spielraum für Preissenkungen", wie ihr Energieexperte Udo Sieverding sagte. Steigende Netzentgelte seien eine schlechte Ausrede – weil schlicht der Strompreis an der Strombörse gesunken sei.

Wenn die Anbieter Preiserhöhungen spüren - durch einen höheren Marktpreis, steigende Netzentgelte oder eben die bisher immer gestiegene Ökoumlage – wurden diese Effekte immer direkt an die Endkunden weitergegeben. Ob die jetzigen Verbraucherfreundlichen Preissenkungen bei den Bürgern ankommen, bleibt abzuwarten.

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