7. August 2018 - 15:02 Uhr

Tiere wurden seit jeher für Kriege rekrutiert

Ganz egal, welche Kultur, ganz egal, welche Epoche: Seit Geschichten über die Menschheit erzählt werden, werden auch Geschichten vom Krieg erzählt. Ägypter gegen Hethiter, Sparta gegen Athen, Griechen gegen Perser, Römer gegen Karthager, Gallier, Germanen über Religionskriege im Mittelalter und den beiden Weltkriegen bis hin zu den Konflikten, die die Welt im 21. Jahrhundert in Atem halten.

Delfine dienten in Vietnam und im Irak

Seit jeher diente der Krieg Feldherren dazu, sich einen Namen zu machen. Zahlreiche Chronisten berichten von ihren Taten. Und seit jeher bedienen sich die sogenannten Kriegsherren der Tiere, um ihren menschlichen Feind bezwingen und ihre Ziele zu erreichen. Man denke nur an Hannibal und seine Elefanten, mit denen er die Alpen überquerte. Und natürlich die zahllosen Pferde, die selbst noch im zweiten Weltkrieg den Armeen halfen, Mensch und Material mitten in die Hitze des Gefechts zu transportieren.

Und auch heute noch werden Tiere für den Kriegsdienst trainiert und rekrutiert. Zum Beispiel im Rahmen des US Navy Marine Mammal Program (NMMP). Dort wird seit Ende der Fünfziger Jahre untersucht und erforscht, wie Meerestiere dem Militär von Nutzen sein könnten, in erster Linie verschiedene Wal- und Robbenarten. So werden Delfine und Seelöwen eingesetzt, um Militärische Einrichtungen wie Schiffe oder Hafenanlagen zu bewachen. Außerdem werden Delfine darauf trainiert, Unterwasserminen zu finden und zu kennzeichnen. Es sind zum Teil also lebensgefährliche Aufgaben, die die Tiere verrichten müssen. Zum Einsatz kamen die "Unterwassersoldaten" bereits im Vietnam- und im Irakkrieg.

Meeressäuger ziehen ins Manöver

Anfang des Monats beorderte die Navy ihre tierischen Helfer ins Manöver. Im Rahmen der größten internationalen Marine-Übung RIMPAC sollten sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und ausbauen. Gleichzeitig wurde die seit Jahren andauernde Kritik an dem Programm wieder lauter. Tierschützer bemängeln Trainings- und Einsatzbedingungen der Tiere und natürlich die Tatsache, dass die Meeressäuger einmal mehr für die militärischen Interessen eines Landes ihr Leben riskieren müssen. Und das in einer Zeit, in dem auf vielen anderen militärischen Gebieten verstärkt Drohnen eingesetzt werden. Aber Delfine sind der Technik noch immer voraus. Ihre Fähigkeiten, Gegenstände durch Schallwellen aufzuspüren sind denen jedes Sonars überlegen. Hinzu kommt, dass sie in ihrer natürlichen Umgebung operieren – sie kommen in dreckigem, trüben Wasser klar und können tiefer tauchen als Menschen.