Alle Neuerungen auf einen Blick

Mindestlohn, Kindergeld & Co.: Das ändert sich 2019 in Deutschland

Neues Jahr, neue Gesetze

Gute Nachrichten zum Jahreswechsel: neuer Mindestlohn, Unterstützung für Familien, Brückenteilzeit - der Bund will Beitragszahler um einige Milliarden Euro entlasten. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Einführung der Brückenteilzeit

Arbeitnehmer bekommen ab 2019 ein Recht auf befristete Teilzeit. Angestellte haben somit ein Recht auf Rückkehr zur Vollzeitstelle, wenn sie ihre Arbeitszeit nur für maximal fünf Jahre verkürzen wollen. Die Brückenteilzeit gilt für alle Arbeitnehmer, die ab 1. Januar 2019 einen Teilzeit-Vertrag abschließen. Kleine Unternehmen mit bis zu 45 Mitarbeiter sind von dieser Regelung ausgenommen. Unternehmen mit bis zu 200 Angestellten müssen den Anspruch auf Brückenteilzeit nur einem von 15 Mitarbeitern gewähren.

Smartphones: Chats verändern sich

Whats-App: Ab 2019 kann die beliebte Massenger-App Werbung schalten. Geplant sind die Werbe-Anzeigen nur im Statusbereich, nicht in den einzelnen Chatverlaufen. Firmen sollen Werbung gezielt an bestimmte Zielgruppen anpassen können. AB wann die ersten Anzeigen geschaltet werden ist noch nicht bekannt.

Alte Smartphones: Die Macher von Whats-App verändern ihre App stetig - für alte Betriebssysteme wird der Chat daher demnächst nicht mehr verfügbar sein. Smartphones, die mit dem Betriebssystem Nokia S40 laufen, können Whats-App nicht mehr nutzen. 2020 ist dann auch für Geräte mit Android 2.3.7 (oder älter) und iOS 7 und die Vorgänger-Versionen Schluss.

Günstig telefonieren: Gespräche und SMS aus dem Heimatnetz ins EU-Ausland kosten häufig viel Geld. Die EU plant daher eine Kosten-Revolution ab dem 15. Mai. Ab dann darf eine Gesprächsminute nur noch 19 Cent und eine SMS höchstens sechs Cent kosten. Diese Regeln betreffen auch Gespräche vom Festnetz.

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Das Kindergeld wird erhöht

Eltern könnten sich freuen: Ab 1. Juli 2019 bekommen sie zehn Euro mehr Kindergeld. Für das erste und zweite Kind gibt es dann 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro. Auch der Kinderfreibetrag wird angehoben: Ab Januar 2019 liegt dieser bei 7.428 Euro pro Kind. Zusätzlich steigt der Grundfreibetrag von 9.000 auf 9.168 Euro.

Was sich beim Mindestlohn, den Strompreisen und der Pflege verändert, erfahren Sie im Video.

Sozialbeiträge: Manche werden günstiger, andere teurer

Krankenversicherung: Im neuen Jahr sollen die Zusatzbeiträge wieder gleichermaßen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer beziehungsweise Rentenversicherungsträgern und Rentnern bezahlt werden. Zusätzlich sinkt der Beitrag um 0,1 Prozent. Das bedeutet für Beitragszahler eine Entlastung von insgesamt acht Milliarden Euro.

Pflegeversicherung: Hier steigen die Beiträge um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils die Hälfte dieses Beitrags. Für Kinderlose kommt - wie gehabt - ein Aufschlag von 0,25 Prozent hinzu. Die Beitragserhöhung begründet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit dem herrschenden Pflegenotstand.

Arbeitslosenversicherung: Zum Jahreswechsel sinken die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 3 Prozent auf 2,6 Prozent. Bis 2022 soll der Beitragssatz um weitere 0,1 Prozent gesenkt werden.

Rentenversicherung: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt gleich. Die Koalition legte außerdem einen Gesetzentwurf für die Renten-Entwicklung bis 2025 vor: Der Beitrag darf bis dahin maximal auf 20 Prozent steigen, das Rentenniveau soll bei 48 Prozent bleiben.