Mindestlohn-Erhöhung: die drei wichtigsten Antworten für Arbeitnehmer

01. August 2016 - 17:27 Uhr

34 Cent mehr Mindestlohn für Arbeitnehmer

Gute Nachrichten für Gering-Verdiener! Zum 1. Januar 2017 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland von derzeit 8,50 Euro pro Stunde auf 8,84 Euro. 34 Cent - das hört sich erst einmal nicht viel an, aber für viele Familien ist es Geld, das sie dringend benötigen. Rund vier Millionen Beschäftigte können sich ab 2017 über die neue Lohnuntergrenze freuen. Ob die Mindestlohn-Erhöhung auch für Sie gilt und was Arbeitnehmer unbedingt beachten sollten - Martin Schnell, Anwalt für Arbeitsrecht, hat für Sie die drei wichtigsten Fragen zur Neuregelung beantwortet:

Mindestlohn-Erhöhung für Arbeitnehmer
Viele Arbeitnehmer werden ab 2017 von der Mindestlohn -Erhöhung profitieren.
© dpa, Patrick Pleul

Frage 1: Gilt die Mindestlohn-Erhöhung für alle Branchen?

"Die Erhöhung gilt für alle Mindestlohn-Bezieher. Bei einer 40- Stunden-Woche ist das ein Mehr von rund 50 Euro brutto - die müssen jedoch natürlich noch versteuert werden."

Frage 2: Was kann der Arbeitnehmer tun, um trotzdem mehr Geld zur Verfügung zu haben?

"Arbeitnehmer können natürlich auf den Arbeitgeber zugehen und ihm vorschlagen, dass er nicht ganz normal abrechnet, also das Gehalt brutto berechnet und netto auszahlt, sondern sich stattdessen an anderen Dingen beteiligt, wie bei der Fitnessstudio oder Kindergarten-Gebühr. Einen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht."

Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde

Frage 3: Worauf müssen Gering-Verdiener ab 2017 bei der Lohnabrechnung achten?

"Arbeitnehmer sollten einerseits darauf achten, dass jede Stunde die sie leisten, auch wirklich aufgeschrieben wird. Schließlich sind die Anzahl der Stunden immer der Multiplikator für das finanzielle Endergebnis. Als zweites ist darauf zu achten, ob alles, was als Arbeitszeit gilt, auch bezahlt wird. So sollten Arbeitnehmer zum Beispiel überprüfen, ob Bereitschaftszeiten angerechnet werden."