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Mindestens 71 Tote bei Flugzeugabsturz in Kolumbien: Brasilianische Fußballmannschaft unter den Opfern

30. November 2016 - 14:17 Uhr

Drei Tage Staatstrauer in Brasilien

Tragödie auf dem Weg zum Finale: Beim Absturz eines Flugzeugs mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord sind in Kolumbien mindestens 71 Menschen gestorben. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde überlebten sechs Menschen das Unglück - zunächst war von 75 Toten und 81 Passagieren die Rede. Wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte, seien aber nicht wie bisher mitgeteilt 81 Passagiere, sondern nur 77 an Bord gewesen. Bei den Überlebenden soll es sich um drei Spieler, zwei Crewmitglieder und um einen Journalisten handeln. Die Mannschaft sollte in Medellín das Finale des Vereinswettbewerbs Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus Medellín bestreiten.

Mannschaft war auf dem Weg zum größten Triumph der Vereinsgeschichte

Die Copa Sudamericana ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Fußball-Clubwettbewerb in Südamerika und vergleichbar mit der Europa League. Das Erreichen des Finals war der bisher größte Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, bei dem vor mehr als 20 Jahren kurzzeitig auch der spätere Bundesliga-Profi Paulo Rink spielte. Noch 2009 hatte der Provinzclub in der vierten brasilianischen Liga gespielt.

Dieses Twitter-Foto soll die Unglücksstelle zeigen.

Piloten meldeten technische Probleme

Das Flugzeug stürzte im Nordwesten Kolumbiens ab. Nach einem Flug von São Paulo nach Santa Cruz in Bolivien war die verunglückte Maschine dort in Richtung Medellín gestartet. Sie war von dem Club gechartet worden, in der Maschine waren auch rund 20 Journalisten, die über das Final-Hinspiel berichten wollten. Wie die Luftfahrtbehörde mitteilte, verunglückte die Maschine vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión.

Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) vom Radar verschwunden sei, hätten die Piloten technische Probleme gemeldet, hieß es unter Berufung auf den Kontrollturm des Flughafens von Medellín. Nach Angaben der nationalen Luftfahrtbehörde könnte das Flugzeug wegen Treibstoffmangels abgestürzt sein. Die Piloten hätten Landepriorität beantragt.

Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. "Ich möchte in dieser traurigen Stunde, die die Tragödie für Dutzende Familien bedeutet, mein Mitgefühl aussprechen", teilte Temer mit. Man werde alles mögliche tun, um den betroffenen Familien zu helfen. Zu den Geretteten sollen unter anderem Abwehrspieler Alan Ruschel und eine Stewardess gehören. Auf Bildern war zu sehen, wie Ruschel auf einer Trage ins Krankenhaus San Juan de Dios in La Ceja gebracht wurde. Auch ein Journalist überlebte.

Polizisten seien als erste zu der schwer zugänglichen Unglücksstelle gelangt, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sagte das Finale ab. "Es ist ein trauriger Tag für den Fußball", sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins Atlético, Juan Carlos de la Cuesta. Chapecoense war erst 2014 in die erste Liga Brasiliens aufgestiegen. Der Absturz des Flugzeugs löste große Anteilnahme in der Fußballszene aus. Trauerschleifen, die das Wappen des Clubs umgeben, wurden auf Twitter veröffentlicht.

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