Mindestens 20 Tote bei Raketenangriff auf Mariupol

25. Januar 2015 - 15:21 Uhr

Ostukraine: Entfacht der Konflikt erneut?

Nach der Ankündigung einer Großoffensive der pro-russischen Separatisten in der Ostukraine sind beim Beschuss eines Wohnviertels in Mariupol mindestens 20 Zivilisten getötet worden. Mehr als 80 Menschen seien verletzt worden, teilte die Verwaltung der Hafenstadt am Asowschen Meer mit.

Mindestens 15 Tote bei Raketenangriff auf Mariupol
Wer für den Raketenbeschuss auf die Hafenstadt Mariupol verantwortlich ist, ist noch unklar.
© dpa, Sergey Vaganov

Ukrainische Medien zeigten Bilder von brennenden Autos und einer schwarzen Rauchsäule über einem Vorort von Mariupol. Das Militär und die Aufständischen machten sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk forderte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage im Osten des Landes.

Die neue Gewalteskalation untergräbt Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Seit einem Krisentreffen der Außenminister Deutschlands, Russlands, der Ukraine und Frankreichs am Mittwoch in Berlin hat sich die Lage im Bürgerkriegsgebiet verschärft. Dutzende Zivilisten wurden getötet.

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats in Kiew, Alexander Turtschinow, warf Russland vor, moskautreue Separatisten bei dem Angriff auf den Vorort von Mariupol unterstützt zu haben. Russland hatte ähnliche Anschuldigungen in der Vergangenheit zurückgewiesen. Die Aufständischen sprachen von einer Provokation der pro-westlichen Führung in Kiew. Sie hätten keine Geschütze mit einer entsprechenden Reichweite in der Gegend stationiert, hieß es.

Mehr als 5.000 Menschen im Ukraine-Konflikt getötet

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schickte nach eigenen Informationen Beobachter zur Überprüfung des Vorfalls nach Mariupol. Die OSZE forderte ein sofortiges Ende der Kämpfe in Wohngegenden sowie den Abzug schwerer Waffen, wie ihn Vertreter der ukrainischen Führung und der moskautreuen Separatisten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart hatten.

Die OSZE sei zu Vermittlungen bereit, hieß es. Die Aufständischen hatten neue Gespräche in Minsk jedoch zunächst abgelehnt. Ihr Anführer Alexander Sachartschenko sagte, er wolle nur noch mit Präsident Petro Poroschenko sprechen. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 5.000 Menschen getötet.