Mildes Urteil gegen Axel K.: Erzieher missbrauchte mehrere Jungen – und muss nur vier Jahre in Haft

23. Mai 2018 - 17:16 Uhr

Axel K. missbrauchte mehrere Kinder

Der Fall an sich ist schon aufsehenerregend: Erzieher Axel K. soll über Jahre hinweg einen Jungen sexuell missbraucht und einen anderen Jungen sogar schwer sexuell missbraucht haben. Ermittler fanden außerdem kinderpornografisches Material auf dem Computer des Mannes. In Berlin musste sich Axel K. nun vor Gericht verantworten. Doch das Urteil hat es in sich: Die Richterin brummte dem Erzieher nur vier Jahre Haft auf.

Geringere Strafe wegen Berichterstattung in der Presse

Axel K. Foto Polizei Berlin
Das Berliner Gericht verurteilte Axel K. zu vier Jahren Haft wegen Kindesmissbrauchs. (Foto: Polizei Berlin)

Zwischen 1991 und 1997 soll sich der Erzieher 155 Mal an einem Jungen vergangen haben, auf den er eigentlich aufpassen sollte. Ein paar Jahre später gab er an einer Schule Computerkurse für Kinder, wo er ein weiteres Opfer kennenlernte. 2010 tauchte der Mann unter. Erst sieben Jahre später wurde Axel K. in Bulgarien verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Die Details der Taten, die im Prozess geschildert wurden, waren so heftig, dass ein Zuschauer den Saal verlassen musste.

Trotz dieser schweren Vorwürfe sprachen die Richter ein verhältnismäßig mildes Urteil. Die Begründung für diese Entscheidung klingt unglaublich: Weil vor dem Urteil unter anderem falsch über Axel K. berichtet wurde, hatte das strafmildernde Auswirkungen.

Berichterstattung kann sich strafmildernd auswirken

Eine vorverurteilende oder falsche Berichterstattung in den Medien kann sich durchaus strafmildernd für einen Angeklagten auswirken. Das ist auch schon in anderen Fällen vorgekommen. Doch es gibt noch weitere Umstände, die als strafmildernd anerkannt wurden: Axel K. hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich außerdem selbst gestellt. Zudem will er, wie die Richterin der 'Berliner Zeitung' mitteilte, einem seiner Opfer 8.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Für die Opfer muss sich dieses Urteil wie blanker Hohn anfühlen