Foto des Drohbriefs veröffentlicht

Mike Mohring zu Morddrohung in Hassmail: "Wir dürfen keinen Platz lassen für Hass und Gewalt"

20. Oktober 2019 - 19:30 Uhr

CDU-Spitzenkandidat eine Woche vor Landtagswahl in Thüringen bedroht

Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hat erneut eine Morddrohung erhalten. Der 47-Jährige veröffentlichte die Hassmail bei Twitter. In einer Video-Botschaft erklärte er, die mutmaßlichen Rechtsextremisten hätten ihn aufgefordert, seinen Wahlkampf einzustellen. In Thüringen wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. "Wenn ich das nicht tue, dann wollen sie mich abstechen, so wie die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, oder gar eine Autobombe zünden." Mit deutlichen Worten macht Mohring klar, dass er sich davon nicht einschüchtern lässt: "Wir dürfen keinen Platz lassen für Hass und Gewalt - mehr dazu im Video.

Erneute Morddrohung - Landeskriminalamt ermittelt

Mike Mohring forderte Anfang der Woche im RTL/n-tv Frühstart, Hass im Netz genauso konsequent zu bestrafen wie im echten Leben. Das Landeskriminalamt ermittle bereits wegen des neuen Drohschreibens, sagte ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale der Polizei. Schon Ende September war eine Morddrohung gegen Mohring bekannt geworden. Darin enthalten waren Anspielungen auf den Mord an Walter Lübcke. Nun war Henriette Reker Bezugspunkt. Kölns Oberbürgermeisterin Reker (parteilos) war im Oktober 2015 kurz vor ihrer Wahl von einem Rechtsextremisten mit einem Messer in den Hals gestochen worden.

Das Drohschreiben endet mit rechtsextremen Parolen und den Worten "Mit freundlichen Grüßen Die Musiker des Staatsstreichorchesters". Zu bundesweit verschickten Drohmails, die mit "Staatsstreichorchester" unterzeichnet sind, ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft.  Die angebliche Gruppierung soll 100 Millionen Euro in der Kryptowährung "Monero" gefordert haben. Andernfalls werde eine neue Terrorgruppe entstehen.