"Wir sind in großer Sorge um unser Land": Migrantenverbände fordern Rücktritt von Horst Seehofer

15. September 2018 - 11:17 Uhr

CSU-Umfragewerte in Bayern bei 35%

In der CSU geht die Angst um - die Angst, eine ganz normale Partei zu werden. Ohne absolute Mehrheit in Bayern - und damit auch mit weniger Macht in Berlin. Im Oktober wird in Bayern gewählt, und in den Umfragen liegt die CSU derzeit nur bei 35%. Jetzt haben auch noch zahlreiche Migrantenverbände und Initiativen gegen Rassismus Innenminister Horst Seehofer (CSU) in einem offenen Brief zum Rücktritt aufgefordert.

"Maaßen schützt in dieser angespannten Lage Rechtsextreme"

Als "Heimatminister für alle Menschen im Land" müsse Seehofer sich anders verhalten, für die Sicherheit aller sorgen und die Bedrohung von rechts endlich ernst nehmen. "Ein Heimatminister für alle sollte die Gesellschaft nicht weiter spalten, sondern klar Haltung beziehen für die Grundwerte in unserem Land. Oder abtreten und das Amt jemandem überlassen, der das tut", heißt es in dem veröffentlichten Schreiben.

Mit seiner Formulierung, die Migrationsfrage sei die "Mutter aller Probleme", habe Seehofer bewusst die Interpretation zugelassen, Migranten seien das Problem. Die Unterzeichner werfen Seehofer auch vor, hinter Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen zu stehen, der ihrer Ansicht nach "in dieser angespannten Lage Rechtsextreme schützt".

"Wir sehen schockiert die zum Hitlergruß ausgestreckten Arme"

In dem offenen Brief an Seehofer heißt es weiter: "Als Bürgerinnen und Bürger sind wir gerade in großer Sorge um unser Land. Wir sind besorgt, weil Rechtsextreme die Nachrichten dominieren, Ausländer raus rufen - und damit uns meinen! Wir sehen schockiert die zum Hitlergruß ausgestreckten Arme und erinnern uns daran, dass dieses Land schon einmal versagt hat, den Anfängen zu wehren. Wir sind in Sorge, weil wir und unsere Kinder sich nicht überall sicher und frei bewegen können - wegen unseres Aussehens, unseres Namens oder Glaubens."

An diesem Samstag muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deshalb beim Parteitag zeigen, wie er die CSU trotz der aktuellen Probleme doch noch zu einem überzeugenden Wahlsieg führen will.