Migranten an US-Grenze - Mütter hoffen auf eine bessere Zukunft: "Wir gehen auf keinen Fall zurück"

16. November 2018 - 11:20 Uhr

Viele Mütter wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder in den USA

Rund 800 Menschen aus Mittelamerika sind diese Woche schon in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana angekommen. Darunter auch Mütter und ihre kleinen Kinder. Sie wollen in die USA! Gut einen Monat waren die Migranten unterwegs - meist zu Fuß. Manche Anwohner protestieren inzwischen gegen die Ankunft der Neuen. Und die Flüchtlinge selbst? Die hoffen, dass es für sie weitergeht. Unser Reporter ist vor Ort.

Den Willen der Migranten kann nicht einmal US-Präsident Donald Trump brechen

Die Motivation und Entschlossenheit der Migranten aus Mittelamerika, bis in die USA zu gelangen, ist groß. Unter ihnen sind auch ganze Familien, die vor bitterer Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt in ihren Heimatländern fliehen. Die meisten von ihnen haben aus Medien vom großen Fußmarsch erfahren und sich spontan angeschlossen, so eine Migrantin.

Sie haben alles stehen und liegen gelassen, um im Schutz der großen Gruppe in den Norden zu gelangen. Nun sind die ersten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana angekommen und denken nicht daran, wieder zurück in ihre Heimat zu gehen. Ihren Willen kann nicht einmal US-Präsident Donald Trump mit seinen vielen Drohungen brechen.

Unser Korrespondent Oliver Beckmeier ist in Tijuana und hat mit Müttern gesprochen, die mit ihren Kindern um jeden Preis den Grenzzaun überwinden wollen. 

Viele Mexikaner befürchten Gewaltausbrüche in der Grenzregion

Während sich auf der Wanderung durch Mexiko noch viele Menschen mit den Migranten solidarisiert hatten, drohte die Stimmung jedoch in Tijuana zu kippen. Am Donnerstag protestierten bereits Dutzende Anwohner gegen die Ankunft weiterer Migranten. "Es sollen nicht noch mehr kommen", erklärten sie und riefen die Menschen auf, ihre Lager direkt am Grenzzaun zu verlassen und in die Flüchtlingsunterkünfte zu gehen. Die Mittelamerikaner würden Schmutz verursachen und für Unsicherheit sorgen, sagten sie.

Auch Mexikos Innenminister Alfonso Navarrete zeigte sich besorgt über die Lage an der Grenze. Er befürchtet, dass einige der Migranten die Geduld verlieren könnten und es zu Gewaltausbrüchen kommt.

Um den Menschen eine Alternative zu bieten, kündigte der mexikanische Unternehmerverband unterdessen an, den Migranten bis zu 10.000 vorübergehende Jobs anzubieten. Bei Arbeitsmessen könnten Zeitverträge in Fabriken und der Landwirtschaft vermittelt werden, sagte Arbeitgeberpräsident Juan Pablo Castanon.