Mietspiegel-Index 2019 veröffentlicht

Stuttgart ist jetzt teurer als München

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22. November 2019 - 13:11 Uhr

München nicht mehr teuerste Großstadt Deutschlands

Lange galt die bayerische Hauptstadt als teuerste Großstadt Deutschlands. Wer eine bezahlbare Wohnung in München gesucht hat, war verloren. Das ist auch weiterhin so, aber jetzt wurde München überholt – und zwar von Stuttgart. Das ergab die jährliche Mietspiegel-Auswertung des Forschungsunternehmens F+B.

Mieten steigen weiter - Stuttgart Spitzenreiter

"Die Stuttgarter zahlen durchschnittlich 10,41 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für ihre Wohnungen und liegen damit um 48 Prozent über den 7,04 Euro pro Quadratmeter, die in den Mietspiegelstädten insgesamt im Durchschnitt gezahlt werden", erläutert F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner. München liegt auf dem sechsten Rangplatz mit einem Indexwert von 138. Dort zahlen Mieter durchschnittlich 9,74 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete.

Insgesamt ist der Mietspiegel in Deutschland um 1,8 Prozent gestiegen. 2018 lag der Anstieg bei 2,2 Prozent.

Umland wird immer teurer

Wem die Mieten in den Großstädten zu teuer sind, hatte bislang immer noch die Ausweichmöglichkeit ins Umland. Doch auch das ist immer öfter keine Alternative mehr. Denn auch in den Kommunen sind Wohnungen zunehmend unbezahlbar. Die teuerste Kommune Deutschlands ist Münchens "kleiner Nachbar" Karlsfeld im Landkreis Dachau. Dort kostet der Quadratmeter ganze 10,86 Euro!

"Hier zeigt sich, dass die alte Regel, wer günstiger wohnen möchte, muss ins Umland ziehen, nicht mehr durchgreifend gilt. Das seit langem extrem hohe Preisniveau in den Kernstädten hat zu kontinuierlichen Ausweichbewegungen der Nachfrage nach Mietwohnungen in die Speckgürtel geführt. Die hohen Angebotsmieten der vergangenen Jahre spiegeln sich nun zeitversetzt auch bei den hohen ortsüblichen Vergleichsmieten wider", erklärt Dr. Leutner.

Im Osten sind die Mieten niedriger

In den neuen Bundesländern wohnt es sich weiterhin erheblich günstiger als im Westen. Jena, Rostock und Erfurt zum Beispiel liegen mit Durchschnittsmieten von 7,04 bis 6,64 pro Quadratmeter auf dem Durchschnittsniveau aller Mietspiegelstädte. Die übrigen Großstädte im Osten, wie Potsdam, Dresden und Schwerin liegen darunter. Berlin liegt mit 7,32 Euro nur knapp über dem Bundesdurchschnitt.

Für den F+B-Mietspiegelindex 2019 wurden die derzeit gezahlten Mieten für insgesamt 351 Städte und Gemeinden ausgewertet. Der Index basiert auf den vorhandenen Mietspiegeln und stellt die Mietpreisstruktur jeder Stadt bezogen auf ein einheitliches Wägeschema der Struktur des Wohnungsbestandes dar.

Die 30 teuersten Städte Deutschlands

  1. Karlsfeld
  2. Stuttgart
  3. Leinfelden-Echterdingen
  4. Germering
  5. Dachau
  6. München
  7. Tübingen
  8. Ludwigsburg
  9. Erding
  10. Ditzingen
  11. Darmstadt
  12. Kornwestheim
  13. Hamburg
  14. Esslingen am Neckar
  15. Wiesbaden
  16. Leonberg
  17. Fellbach
  18. Konstanz
  19. Düsseldorf
  20. Frankfurt am Main
  21. Norderstedt
  22. Remseck am Neckar
  23. Köln
  24. Maintal
  25. Reutlingen
  26. Ravensburg
  27. Offenbach am Main
  28. Heidelberg
  29. Weinstadt
  30. Bietigheim-Bissingen

Im Video: Wann ist eine Mieterhöhung zulässig?

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