In einigen Städten sogar Preissenkungen

Neuverträge: Mietpreise in Deutschland steigen nicht weiter an

Aufgrund der Mietpreise ist Wohnen inzwischen ein Luxus geworden.
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20. Januar 2020 - 16:14 Uhr

Jeder zweite Deutsche plant ein Drittel seines Gehalts für Miete ein

Steigende Mietpreise haben Wohnen von einem Ding der Selbstverständlichkeit zum Luxusgut gemacht. Laut einer Studie vom Sozialverband, plante in der Vergangenheit jeder zweite Deutsche knapp ein Drittel seines monatlichen Einkommens für Miete ein - doch das könnte sich künftig ändern. Der Immobilienspezialist F+B in Hamburg teilt mit, dass Neuvertragsmieten in Deutschland 2019 nicht weiter gestiegen sind, und noch besser: In einigen angesagten Städten sind die Preise sogar etwas gesunken.

Preissenkungen in elf der 50 teuersten Städte

Das Ergebnis der Studie von F+B, bei der Angebotsdaten von mehr als 30 Millionen Wohnobjekten untersucht wurden, zeigt: Im vierten Quartal (Oktober, November und Dezember) von 2019 sind die Durchschnittsmieten bei neu abgeschlossenen Verträgen im Vergleich zum dritten Quartal auf dem gleichen Preisniveau geblieben. Die Neuvertragsmieten sind zum Jahresende also nicht noch eimal angestiegen.

Außerdem waren 2019 in elf der 50 teuersten Städte zum Jahresende neu abgeschlossene Verträge günstiger als im Vorjahr. Darunter auch München, dort waren Neuvertragsmieten zum Ende des Jahres hin um 0,6% günstiger als im Jahr zuvor. Auch in Berlin sanken die Preise bei neu abgeschlossenen Mietverträgen, dort sind sie 0,5% günstiger.

In bestehenden Mietverträgen steigen die Preise hingegen an

Leider bedeuten die Zahlen nicht, dass Mieter aufatmen und sich in Zukunft auf günstigere Mietpreise freuen können. In bestehenden Verträgen sieht die Preislage leider anders aus, als bei neu abgeschlossenen Verträgen, dort stiegen die Mietpreise im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent an. Außerdem stiegen in einigen Städten auch die Preise bei Neumietverträgen stark an, statt zu sinken. Die extremsten Preisanstiege im Vergleich zum Vorjahr sind in folgenden Städten zu verzeichnen:

  1. Bietigheim-Bissingen: +13,6%
  2. Landsberg am Lech: +11,4%
  3. Ettlingen: +8,6%
  4. Dachau: +6,7%
  5. Remseck am Neckar: +4,6%
  6. Kirchheim unter Teck: +4,6%

Satte Preisaufschläge bei Immobilien

Die Immobilienpreise in Deutschland stiegen unterdessen viel stärker als die Mieten - wie schon seit Jahren. Eigentumswohnungen verteuerten sich im vierten Quartal um 5,4 Prozent und Einfamilienhäuser um 3,8 Prozent. F+B beobachtet bei den Käufern aber einen Wandel: Internationale Großanleger zögen sich nach Beobachtung großer Makler teils zurück aus Deutschland. Ein Grund sei die unübersichtliche und kaum kalkulierbare Mietenregulierung, die sich auch je Bundesland unterscheide. Für die satten Preisaufschläge seien vor allem Käufe aus dem Inland verantwortlich, etwa von Immobilienkonzernen, Fonds, reichen Privatanlegern und Selbstnutzern.