Miete, Strom und Wasser...

Arbeitgeber sollen für Homeoffice zahlen

Wer trägt die Mehrkosten im Homeoffice?
© dpa, Sebastian Gollnow, scg axs tba kno

16. September 2020 - 11:50 Uhr

Das fordert der Sozialflügel der CDU

Für viele war der Weg ins Homeoffice eine gelungene Abwechslung, für andere ein lästiges Übel, das die Corona-Pandemie mit sich brachte. Fakt ist – im April zeigte eine Umfrage: Jeder Dritte Arbeitnehmer arbeitet teilweise oder vollständig von Zuhause und dieser neue "Way of Work" wird uns noch ein Weilchen begleiten.

Deshalb muss finanzielle Entlastung her, findet Nordrhein Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann: Er fordert, dass Arbeitgeber anteilig an den Kosten für Strom, Wasser und Miete ihrer Angestellten im Homeoffice aufkommen sollten.

"Homeoffice darf keine Mehrbelastung sein"

"Arbeitgeber sind für die Ausstattung des Arbeitsplatzes zuständig – egal, wo ihre Arbeitnehmer arbeiten", so Lauman im Interview mit der "FAZ". Und dazu gehöre eben nicht nur die Bereitstellung technischer Ressourcen, sondern auch das, was zu Hause extra verbraucht wird, wenn man sich 40 Stunden mehr in der Woche dort aufhält als vor Corona.

"Beim regelmäßigen Homeoffice werden auch Wasser, Strom und Miete ein Thema", so Laumann weiter. Wer auf Anweisung oder mit Unterstützung des Arbeitgebers zu Hause arbeitet, für den dürfe dies keine einseitige Mehrbelastung sein. "Ich bin dafür, dass diese Kosten anteilig der Arbeitgeber tragen muss."

Gesetzesentwurf soll bald kommen

Noch diesen Herbst will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil einen umfassenden Gesetzesentwurf zum Thema Homeoffice und mobilem Arbeiten vorlegen, durch den Arbeitnehmern neue Freiheiten ermöglicht werden, sie aber vor einer Entgrenzung der Arbeit ins Private schützen soll – genaue Inhalte wurden noch nicht vorgestellt.

Besonders die Gewerkschaften beharren derweil trotz scharfer Kritik der Arbeitgeber auf einen Rechtsanspruch eines jeden auf Arbeit im Homeoffice. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Es ist doch völlig klar, dass einige Berufe sich nicht fürs Homeoffice eignen. Die Pflege muss am Menschen erbracht werden, und auch auf dem Bau wird man nicht zu Hause arbeiten können." Dennoch könne es nicht ausschließlich im Ermessen der Arbeitgeber liegen, ob Beschäftigte ihre Ansprüche auf mehr Zeitsouveränität erfüllen können.

Ob ein Rechtsanspruch auf Homeoffice sowie Laumanns Forderung nach Beteiligung an Kosten Platz in Heils neuem Gesetz finden wird, ist noch unklar.

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