Drei Jahre Haftstrafe

Miese Abzocke vor dessen Tod: Polizist prellt schwerkranken Vermieter um rund 54.000 Euro

Der Beamte muss drei Jahre und drei Monate wegen schweren Betrugs und Drogenbesitzes ins Gefängnis.
Der Beamte muss drei Jahre und drei Monate wegen schweren Betrugs und Drogenbesitzes ins Gefängnis.
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20. November 2020 - 14:29 Uhr

Beamter will in Berufung gehen

Ein Polizeibeamter aus Unterfranken hat seinen schwerkranken Vermieter vor dessen Tod um rund 54.000 Euro geprellt. Am Freitag verurteilte das Amtsgericht Würzburg den 42-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen schweren Betrugs und Drogenbesitzes. Der Beamte will laut dpa in Berufung gehen.

Opfer mit Krebserkrankung vertraute ihm

Der Polizist hat dem Urteil zufolge seinem Vermieter vorgegaukelt, er müsse Medikamente kaufen und Rechnungen bezahlen. Das Opfer, das unter einer schweren Krebserkrankung litt, habe ihm vertraut und über Monate immer wieder Geld ausgehändigt. Ein klarer Schwindel, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Der Kranke hatte selbst Anzeige erstattet, starb jedoch, bevor er vor Gericht vernommen werden konnte.

Polizist bestritt Betrugsvorwürfe

Im Prozess räumte der Polizist ein, sich 200 Gramm Marihuana und etwa 170 Gramm Haschisch besorgt zu haben, bestritt aber die Betrugsvorwürfe. Dagegen schilderte der Vorsitzende Richter genau, welche Beträge wann ausgehändigt, überwiesen und ausgegeben worden seien. <

Die Verteidigung sei in vielen Punkten nicht "schlüssig nachvollziehbar" gewesen. Es fehlten Belege und Quittungen, die den Angeklagten entlastet hätten. Zwar habe sich der Polizist über Monate um seinen kranken Vermieter gekümmert, doch es sei nicht zu erklären, wofür er so viel Geld brauchte. An der Schuld bestünden keine Zweifel. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gefordert.