Outdoor-Branche macht gute Geschäfte

Microadventures boomen im Corona-Sommer: Kurztrips in die Natur sind der Urlaubstrend

05. Juni 2020 - 21:37 Uhr

Aktivurlaub im eigenen Land

Idyllisch wandern statt an Mallorcas Stränden brutzeln und sportlich radeln statt gemütlich im Wasser planschen – so oder so ähnlich könnte der Sommerurlaub für viele Deutsche in diesem Jahr aussehen. Weil Flugreisen noch mit großer Unsicherheit verbunden sind, werden Aktivurlaub im eigenen Land und Kurztrips in die Natur immer beliebter. Viele wollen sich dafür passend ausrüsten und beflügeln mit ihrer Nachfrage nach Radsport-Artikeln, Trekking-Stöcken und Survival-Packs die Outdoor-Branche. Und das macht sich bemerkbar. Die Branche rechnet mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro.

Wandern und Radfahren besonders beliebt

Wandern in der Natur oder mit dem Bike durch die Berge – nur was für Oldies? Nichts da! Immer mehr Familien und junge Aktivurlauber finden Spaß daran. Das kann auch Globetrotter-Geschäftsführer Andreas Bartmann bestätigen: "Wir stellen jetzt fest, dass das Thema Fahrrad sich extrem stark entwickelt hat, aber auch das Thema Camping. Autodachzelte, Wohnmobilzelte, also Sachen, wo die Kunden sonst gesagt haben, ich gehe doch lieber ins Hotel - das erfährt eine Renaissance." Durch die Coronakrise hat sich auch das Reiseverhalten massiv verändert. Ein Kurztrip in die Natur und auch das Entdecken neuer Regionen in Deutschland wird für viele attraktiver: "Die Menschen beginnen jetzt zu überlegen, wo können sie und was können sie machen und das stellen wir natürlich auch massiv in den Sortimenten fest", so Bartmann.

Kurztrips in die Natur als Alternative zum Strandurlaub

Gerade weil Flugreisen zu den beliebten Urlaubszielen wie Spanien und Italien unsicher und für viele auch mit Ängsten behaftet sind, können Trips in die Natur eine Alternative zum Badeurlaub sein. Die Vorteile solcher Kurztrips sind gerade in Corona-Zeiten viel wert, erklärt Martin Esslinger, Vertriebsleiter der Firma ORTLIEB: Relativ spontan kann jeder seinen Kurztrip starten und sich unabhängig von Unterkunft oder Hotel bewegen. Man ist keinem Massentourismus ausgesetzt und kann damit auch Abstand zu anderen Menschen wahren. Und falls ein Corona-Fall auftritt und damit eine Quarantäne nötig wird, ist der Weg nach Hause auch nicht allzu weit – anders als bei einer Urlaubsreise im Ausland. Dort kann ein Krankenhausaufenthalt auch schnell teuer werden. Wer den Flug also vermeidet, setzt sich nicht nur weniger Risiko aus, sondern ist auch umweltfreundlicher unterwegs.

Die passende Ausrüstung für Microadventures ist gefragt

Die Zeit im Grünen soll natürlich nicht langweilig werden, sondern ein Erlebnis. Familien und viele junge Urlauber suchen Action und Aktivurlaub. Sogenannte Microadventures sollen laut Outdoor-Experte Martin Esslinger in diesem Sommer ganz besonders boomen: "Microadventures – das ist eben nicht eine große lange Reise zu machen, sondern ein Kurztrip in der Natur, wo ich einmal im Schlafsack übernachte. Ich habe die entsprechenden Taschen am Fahrrad dran, habe einen kleinen Grill". Praktisch und schnell verstaubar soll die Ausrüstung auf dem Rad sein.

Vom Wanderschuh bis bin zum Familienzelt – für den Survivalausflug braucht es aber auch das passende Zubehör. Dafür ist eine gute Beratung wichtig, deshalb setzen wieder mehr Kunden auf Beratung und Kauf im Laden statt auf das reine Online-Angebot. Das spürt auch die Branche, die Nachfrage wächst seit Jahren. Allein für dieses Jahr werden knapp drei Milliarden Euro Umsatz erwartet.

Beim Kauf von Outdoor-Bekleidung- und Ausstattung ist neben dem Preis vor allem aber auf die Qualität zu achten – denn wer will schon nass werden, wenn das Zelt beim ersten Regenguss nicht hält. Für diejenigen, die es praktisch haben wollen, bieten viele Outdoor-Händler schon die komplette Ausstattung im Paket an. Damit es mit dem Kurztrip sofort losgehen kann.