Michelle Obama und Melania Trump: Wie ticken die beiden First Ladies?

Melania Trump löst Michelle Obama zum Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus ab.
Melania Trump löst Michelle Obama zum Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus ab.
© Getty Images

11. November 2016 - 12:23 Uhr

Worin unterscheiden sich beiden, und gibt es vielleicht doch Gemeinsamkeiten?

Die noch amtierende First Lady der USA Michelle Obama unterscheidet sich deutlich von ihrer Nachfolgerin Melania Trump. Tatsächlich könnten die beiden gegensätzlicher nicht sein: Michelle gilt als charismatische, lebhafte und emanzipierte Frau, Melania als zurückhaltende, unpolitische, maskenhaft wirkende Frau mit Interesse für Kunst, Architektur, Mode und Schönheit.

Herkunft

Michelle Obama und Melania Trump: Wie ticken die beiden First Ladies?
© London Ent / Splash News

Melania Trump wurde am 26. April 1970 in Novo mesto, Jugoslawien, als Melanija Knavs geboren. In den 1990er Jahren änderte sie ihren Namen in Melania Knauss. Ihr Vater war Autohändler, ihre Mutter Schneiderin, sie hat eine ältere Schwester und einen älteren Halbbruder aus einer früheren Beziehung ihres Vaters. Die Eltern leben heute im Trump Tower in New York.

Überraschenderweise ähnelt Melanias Vater ihrem Ehemann: Beide sind gross und kräftig und haben auffällige blonde Haare. Zudem lieben beide den großen Auftritt, sind geschäftstüchtig und eigenwillig.

Schon als Kind vermittelte ihr die Mutter Jobs als Model, mit 17 wurde sie von einem Fotografen entdeckt. Sie begann ein Architekturstudium an der Universität Ljubljana, das sie aber nach einem Jahr vorzeitig abbrach. Nachdem es Melania beim slowenischen Schönheitswettbewerb "Look of the Year" auf den zweiten Platz schaffte, wurde die 22-Jährige an eine Modelagentur in Wien vermittelt.

Im September 1998 lernte sie den amerikanischen Unternehmer und Milliardär Donald Trump auf der Fashion-Week-Party in New York City kennen. Nach mehreren Trennungen heiratete sie Donald Trump im Januar 2005 mit einem rauschenden Fest, zu dem unter anderem auch Heidi Klum zu Gast war. Melania ist Trumps dritte Ehefrau, ihr Ehemann ist 23 Jahre älter als sie.

Der gemeinsame Sohn Barron kam 2006 zur Welt, im selben Jahr wurde Melania US-Staatsbürgerin. Melania spricht angeblich mehrere Sprachen, darunter auch Deutsch, Englisch mit einem starkem osteuropäischen Akzent. Melania wird die erste First Lady sein, die in einem kommunistischen Land geboren wurde.

Melania Trump vertreibt seit einigen Jahren auf dem Shoppingkanal QVC eine eigene Uhren- und Schmuckkollektion sowie Pflegeprodukte.

Michelle Obama wurde am 17. Januar 1964 als Tochter des Maschinisten Fraser Robinson und der Sekretärin Marian Robinson in Chicago geboren, wo sie in einfachen Verhältnissen aufwuchs. Ihren späteren Mann Barack Obama traf Michelle Robinson zum ersten Mal, als dieser als Praktikant eine Sommervertretung in jener Anwaltskanzlei übernahm, in der auch sie nach Abschluss ihres Studiums arbeitete. Michelle und Barack Obama heirateten im Oktober 1992, das Ehepaar hat zwei Töchter, Malia Ann (1998) und Natasha ("Sasha", 2001).

Michelle Robinson machte 1981 ihren Abschluss an der High School, danach studierte sie an der Princeton University. 1985 machte sie ihren Bachelor und ließ sich in Harvard zur Juristin ausbilden. Michelle Robinson wurde Mitglied in einer Anwaltskanzlei in Chicago, ging später als Beraterin des Bürgermeisters zur Stadtverwaltung Chicago. Ab 1996 arbeitete sie an der Universität Chicago, zuletzt als als Vice President for Community and External affairs. Auch nach der Geburt ihrer Töchter hat Michelle immer gearbeitet und lange mehr verdient als ihr Ehemann. Drei Monate nach Ankündigung der Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes unterbrach Michelle Obama ihre eigene berufliche Karriere.

Michelle Obama hat sich ihren beruflichen Erfolg hart erarbeitet: Disziplin, Fleiß, Ordnung und familiärer Zusammenhalt sind die Tugenden, die sie auch als First Lady gepredigt hat. In erster Linie versteht sie sich jedoch als Mutter, was sie aber nicht daran hinderte, zu einer hochbezahlten Managerin aufzusteigen.

Michelle Obama treibt regelmäßig Sport und steht aus Zeitgründen dafür auch schon mal um halb fünf auf: "Das ist Zeit für sich selbst". Ihre Trainingspartnerin beschreibt sie als ehrgeizig, besonders gerne trainierten sie mit Gewichten, Laufbändern, Steppern und auf dem Fahrrad.

Mode und Skandal-Fotos

Michelle Obama und Melania Trump: Wie ticken die beiden First Ladies?
© dpa, Michael Reynolds, msc vfd hjb cul

Model Melania Trump lebt zurückgezogen in einem dreistöckigen 100-Millionen-Dollar-Penthouse im Trump Tower. Eingerichtet ist die Wohnung üppig und plüschig, viel Gold, viel Stuck, mit Kronleuchtern und Diamanten an der Eingangstür. Seit ihrer Hochzeit mit Donald wuchs auch das Interesse an Fotoproduktionen, und sie erschien in der 'Vogue' oder auf 'Harper's Bazaar'. Für das Männermagazin 'GQ' ließ Melania die Hüllen fallen und posierte liegend auf einem Eisbärenfell, mit Handschellen und im knappen Bikini.

Private Zurückhaltung ist nicht die Sache der Trumps: Ehemann Donald erklärte zum Beispiel ungefragt, dass er und Melania täglich Sex hätten. Ob das wirklich stimmt oder wieder nur ein geschickter Vermaktungs-Gag ist, werden wir hoffentlich nie erfahren.

Modisch ist Melania erstklassig angezogen: Kein Wunder, Trumps Bankkonto ist prall gefüllt, ihr Hochzeitskleid von Dior kostete angeblich 100.000 Dollar. Nach eigenen Angaben ist Melania aber eher zurückhaltend beim Shoppen. Zudem verdiene sie genug eigenes Geld.

First Lady Michelle Obama ist berühmt für ihr Modegespür. Stilsicher kleidete sie sich immer passend zum Anlass, mal elegant, mal fröhlich leger. Sie war sich auch nicht zu fein, Mode per Internet ins Weiße Haus zu bestellen. Für ihre offiziellen Anlässe suchte sich Michelle unbekannte junge Designer aus: Reed Krakoff, Naeem Khan, Narciso Rodriguez, Christopher Kane, Thakoon, Prabal Gurung oder Monique Lhuilllier.

Michelle Obama interessierte sich aber auch für den politischen Aspekt der Mode: 2014 lud sie gemeinsam mit Anna Wintour, Chefin der amerikanischen 'Vogue', junge Designstudenten ins Weiße Haus ein und machte ihnen klar, dass sie in der heiß umkämpften Modebranche nur mit einer guten Ausbildung und harter Arbeit erfolgreich sein können.

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Politisches Interesse

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© REUTERS, MIKE SEGAR, MS

"Kein Mann auf der Welt braucht so dringend eine starke Partnerin wie der US-Präsident. Er lebt isoliert in einem Kokon, darum ist die Person, die er morgens als erstes und abends als letztes sieht, von so grosser Bedeutung", so die amerikanische Autorin Kati Marton. Nur die First Lady ist in der Position, ihn darauf hinzuweisen, wenn er sich wie ein Idiot verhält.

Das scheint jedoch nicht der richtige Job für Melania zu sein: "Mein Mann ist in der Politik, nicht ich." Selbst im Wahlkampf hatte sie sich immer zurückgehalten, und als sie ein Mal eine Rede halten musste, kam hinterher heraus, dass weite Teile von Michelle Obama kopiert waren.

Ob sie Kritik an der Einstellung ihres Mannes zu mexikanischen illegalen Einwanderern übt, ist fraglich. Selbst zwar aus Slowenien immigriert, musste alles korrekt sein: "Ich habe mich immer an das Gesetz gehalten, es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ohne Papiere hier zu bleiben", erklärte sie im Interview: "Niemand weiß mehr als ich, die Freiheit und die Möglichkeiten zu schätzen, die Amerika bietet."

Auf ihrer Website wird besonders ihr Interesse an Kunst, Architektur, Mode und Schönheit betont, das nur noch von ihrer Hilfsbereitschaft übertroffen werden könne. Die Rollenverteilung in der Familie bezeichnet sie als traditionell, sie kümmere sich alleine um Sohn Barron, ihre Hobbys seien "Pilates und Magazine lesen". Ihre politischen Ansichten teilt sie nach eigenen Angaben nur mit ihrem Mann.

Ganz anders gibt sich Michelle Obama: Häufig erklärte Michelle, sie redigiere regelmäßig die Reden ihres Mannes und sei seine Beraterin. In der Öffentlichkeit ist sie beliebt, sie wirkt authentisch und temperamentvoll. Sie selbst hat häufig Reden gehalten und die Zuhörer mitgerissen. Tatsächlich werden schon Rufe laut, sie möge sich als nächste Kandidatin für das Präsidentenamt bewerben. Das hat sie bislang jedoch abgelehnt.

Wie stehen Michelle und Melania zu Frauenrechten?

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© Dennis Brack / ZUMA Press / Splash News, ZEUS

Donald Trump ist überzeugt, dass sich seine Frau perfekt als Präsidentengattin eignet: "Sie hat ein riesiges Herz und das Thema Frauengesundheit ist ihr immens wichtig", sagte er zum Fernsehsender ABC. Melania selbst bestätigt: "Ich werde eine Anwältin von Frauen und Kindern sein."

Michelle Obama gilt bereits als Anwältin für Frauen und Familien. Sie ist in mehreren Initiativen aktiv, hat als First Lady eine Aktion zur Verbesserung der Kinderernährung auf die Beine gestellt. Sie setzt sich für Frauenrechte ein und hat die herablassende Haltung Donald Trumps scharf kritisiert: "Diese beschämenden Kommentare über unseren Körper. Die Verachtung für unsere Hoffnungen und unseren Geist. Der Glaube, alles mit Frauen machen zu können. (..) Das ist grausam. Das ist beängstigend. Und um die Wahrheit zu sagen: Es tut weh. Es tut weh."

Zudem will Michelle Obama allen Mädchen den Weg zu Bildung zu ermöglichen, auch international. Bildung habe den größten Einfluss auf den Lebensstandard. Michelle steht für eine weltoffene Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungen.

Wie unterstützen sie ihre Männer?

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© dpa, Peter Foley, pf ase cul

Melania Trump hat das Geheimnis um ihre funktionierende Ehe gelüftet: "Getrennte Badezimmer." Das kann Donald nur unterschreiben: "Ich schätze es sehr an Melania, dass ich sie noch nie habe pupsen hören." Auch sonst belästigt Melania ihren Gatten nicht über Gebühr: "Natürlich sage ich ihm meine Meinung, manchmal nimmt er sie an, manchmal nicht. Aber ich bin nicht die Art Frau, die ständig an ihrem Mann herumnörgelt und ihm Verbesserungsvorschläge für sein Leben macht." Die perfekte Ehefrau, findet auch Trump selbst: "Ich arbeite den ganzen Tag hart, und wenn ich nach Hause komme, will ich nicht noch an meiner Beziehung arbeiten."

Michelle Obama unterstützte ihren Mann im Wahlkampf mit zahlreichen Reden, gab Interviews und trat im Fernsehen auf. Barack Obama war dafür immer dankbar: Nur mit ihrer Hilfe sei er zu vielen Ideen gelangt. Michelle Obama kann man auch nicht übersehen: "Ich habe eine große Klappe, ich ziehe meinen Mann auf. Er ist unglaublich smart, und er ist sehr wohl in der Lage, mit einer starken Frau umzugehen. Mit mir klarzukommen, ist einer der Gründe, warum er zum Präsidenten taugt." Zudem hat Michelle ein Beraterteam engagiert, um ihrem Mann und seinem Team zusätzlich zu unterstützen.

Gibt es Gemeinsamkeiten?

Melania Trump ist zurückhaltend, wirkt oft steif und gekünstelt. Sie war in der Öffentlichkeit noch nie witzig oder spontan. Das genaue Gegenteil ist Michelle Obama: Sie ist extroveriert und kommunikativ, singt im Fernsehen "Carpool-Karaoke", und wird dafür von den Amerikanern geliebt. Sie lacht gerne, legte auch schon mal den Arm um Queen Elisabeth oder bummelte mit Spaniens Königin Letizia munter plaudernd durch den Garten. Das kann man sich von Melania Trump beim besten Willen nicht vorstellen. Aber tatsächlich haben Michelle Obama und Melania Trump eine Gemeinsamkeit: Beide sind 1,80 Meter groß!

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