Ex-First-Lady veröffentlicht 24-Minuten-Twitter-Video

Michelle Obama rechnet mit Trump ab: Er handelt "rassistisch" und "moralisch falsch"

08. Oktober 2020 - 13:48 Uhr

Video: Michelle Obama wirft Donald Trump Versagen in der Coronakrise vor

Er "schürt Angst", sei "moralisch falsch" und handle "rassistisch": Die frühere First Lady der USA, Michelle Obama, holt kräftig gegen US-Präsident Donald Trump aus und rechnet in einem 24-minütigen Twitter-Video mit seiner Politik ab. Was die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama den Bürgerinnen und Bürgern knapp einen Monat vor der Wahl zu sagen hat, haben wir im Video zusammengefasst.

Michelle Obama: „Womit sie nicht fertig werden mussten, war dieser Präsident“

FILE PHOTO: Former U.S. President Barack Obama sits with former first lady Michelle Obama prior to the the unveiling of their portraits at the Smithsonian’s National Portrait Gallery in Washington, DC, U.S., February 12, 2018.  REUTERS/Jim Bourg/Fi
Michelle und Barack Obama auf einer Veranstaltung in den USA.
© REUTERS, Jim Bourg, SAV/HK

Alle Amerikaner spürten, dass der Präsident die Pandemie nicht ernst genommen habe und immer noch keinen schlüssigen Plan zu deren Bekämpfung habe, sagte Michelle Obama in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft mit dem Titel "Schlussplädoyer". "Im Moment herrscht in unserem Land wegen eines Präsidenten, der seinem Job nicht gewachsen ist, Chaos", sagte die Ex-First Lady. Andere Länder hätten die Pandemie unter Kontrolle bekommen. "Sie wurden vom gleichen Virus getroffen wie wir. Sie hatten die gleichen Mittel wie wir. Aber womit sie nicht fertig werden mussten, war dieser Präsident", sagte Obama.

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„Wir können diesem Präsidenten nicht vertrauen“

Der Präsident belüge die Amerikaner und spiele die Bedrohung der Pandemie weiter herunter, klagte Obama. "Wir können diesem Präsidenten nicht vertrauen, uns die Wahrheit über irgendetwas zu sagen", sagte Obama. Sie warf Trump "vorsätzliches Missmanagement" der Pandemie vor. Er habe die Wichtigkeit von Masken und "social distancing" heruntergespielt.

Inzwischen seien mit mehr als 200.000 Menschen mehr Amerikaner nach einer Corona-Infektion gestorben als in den Kriegen im Irak, in Afghanistan, in Vietnam und Korea zusammengenommen. "Nehmen Sie all diese heldenhaft geopferten Leben und verdoppeln sie die Zahl. Das ist in etwa das Ausmaß dieser Tragödie", sagte Obama.

Michelle Obama: Trump handelt "rassistisch"

05.10.2020, USA, New Castle: Joe Biden (M), demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur und ehemaliger US-Vizepräsident, spricht mit Journalisten am Flughafen New Castle. Biden ist auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung in Miami. F
Die ehemalige First Lady rief daher vor allem „Schwarze“ und „junge Wähler“ zur Wahl des Demokraten Joe Biden auf.
© dpa, Andrew Harnik, AH frd

Obama nahm auch Bezug auf die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Der US-Präsident handle "rassistisch" und "moralisch falsch", wenn er und andere Republikaner wahrheitswidrig behaupteten, dass Minderheiten die Vorstädte zerstören würden. Damit ziele er darauf ab, von seinem "atemberaubenden Versagen" abzulenken.

Die ehemalige First Lady rief daher vor allem "Schwarze" und "junge Wähler" zur Wahl des Demokraten Joe Biden auf. "Prüft euer Herz und euer Gewissen und stimmt für Joe Biden, als wenn euer Leben davon abhängt", sagte sie. Barack Obamas früherer Vizepräsident tritt bei der Wahl am 3. November gegen den Republikaner Trump an.