Michelberg-Gymnasium in Geislingen

Pfusch am Bau: Gymnasium droht Schließung!

Michelberg-Gymnasium
© dpa, Christoph Schmidt, cdt wst

17. Februar 2020 - 17:42 Uhr

21,5 Millionen Euro für eine fehlerhafte Sanierung

Ein Gymnasium in Geislingen (Baden-Württemberg) soll bald schließen – wegen Baufehlern! Zuschauer haben sich an RTL gewendet. Das Gebäude soll für satte 21,5 Millionen Euro renoviert worden sein. Doch offenbar wurden dabei erhebliche Fehler gemacht, sodass sie nicht mehr ausgebessert werden können. Das Gymnasium sei zum Teil einsturzgefährdet. Doch was passiert jetzt vor allem mit den Schülern? RTL ist nun an dem Fall dran und will der Sache auf den Grund gehen.

Was passiert jetzt mit rund 600 Schülern?

Die Kosten für eine Sanierung seien zu hoch für die Stadt Geislingen, schreiben die Stuttgarter Nachrichten. Wie konnte es zu so einem Problem kommen? Der Statiker, der für die Sanierung der Schule zuständig war, soll einen großen Fehler bei der Konstruktion der Stahlträger im Dach gemacht haben. "Der führte dazu, dass die Decken des halben Schulgebäudes einsturzgefährdet waren", schreibt uns ein Zuschauer. "Dieser Teil ist nun seit einem halben Jahr unzugänglich und wird von Stützen gehalten." Außerdem seien die Brandschutzforderungen nicht erfüllt. Die Folge: Rund 600 Schüler des Michelberg-Gymnasiums mussten zunächst befürchten, das Gebäude ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr benutzen zu können. Jetzt zeichnet sich wohl eine Möglichkeit ab, den Schulbetrieb am Michelberg-Gymnasium für das kommende Schuljahr sicherstellen zu können.

Frank Dehmer, parteiloser Oberbürgermeister von Geislingen an der Steige stellt aber zumindest klar: "Im Schuljahr 21/22 wird es auf jeden Fall Unterricht für die Schülerinnen und Schüler des Michelberg-Gymnasiums geben. Wo kann ich aktuell aber noch nicht sagen."

Wie kommt es zu den hohen Sanierungskosten?

Der Siegener Architekt Horst Höfler hat auch schon damals das Gebäude geplant. Es laufen mehrere Klagen von Seiten der Stadt - unter anderem gegen Horst Höfler. Doch wie kommt es zu Sanierungskosten in Höhe von 21,5 Millionen Euro?

Alleine die Container für die Auslagerung des naturwissenschaftlichen Bereichs verursachten Aufstellungs- und Herrichtungskosten von über 300.000 Euro, dazu komme noch die monatliche Miete. Sollte es zu einer Sanierung der gesamten Schule kommen, fallen weitere Kosten von rund zwei Millionen Euro an. Die monatlichen Mietkosten würden sich pro Jahr der Nutzung der Container auf 1,5 Millionen Euro summieren.

Schüler und Lehrer kämpfen für den Erhalt ihres Gymnasiums

11.02.2020, Baden-Württemberg, Geislingen an der Steige: "·#Save the MiGy·" steht auf einem Transparent vor dem Michelberg-Gymnasium. Nach der Sanierung der Schule hatten Fachleute im vergangenen Jahr Mängel festgestellt. Kultusministerin Eisenmann (
Am Mittwoch versammelten sich etwa 150 Betroffene zu einer Demonstration in Geislingen.
© dpa, Christoph Schmidt, cdt wst

Schüler, Eltern und Lehrer versammelten sich am Mittwoch mit Schildern, Plakaten und Trillerpfeifen auf dem Platz, um sich für den Erhalt des Michelberg-Gymnasiums stark zu machen. "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das MiGy klaut", riefen die Betroffenen. Außerdem sammeln zahlreiche Menschen Unterschriften mit einer Online-Petition: "Wir haben unser ABI gemacht, kurz bevor es in die Umbauphase ging. Neben den noch bestehenden Freundschaften aus dieser Zeit, treffen wir uns jedes Jahr zu einem Klassentreffen und hatten letztes Jahr das erste Stufentreffen." So eine ehemalige Schülerin auf der Website. Damit das auch kommende Schülergenerationen von sich behaupten können, kämpfen alle gemeinsam für den Erhalt der Schule.

Sondergenehmigung für das Schuljahr 2020/2021

Für das Schuljahr 2020/2021 soll es noch eine Sondergenehmigung geben. Das berichtet RTL-Reporter Sven Marcinkowski, der in Geislingen recherchiert. Das Anmelden der neuen Fünftklässler für das neue Schuljahr 2020 sei erlaubt. Was nach den Sommerferien 2021 passiert, ist derzeit noch unklar.

Ein großes Problem für alle Schüler. Für viele würde das bedeuten: vor ihrem Abitur auf eine neue Schule zu gehen und sich neu einzustellen. Dabei seien die Jugendlichen doch genau deshalb auf das Michelberg-Gymnasium gegangen, gerade weil sie ihre "Schulzeit an einem Ort verbringen und in Geborgenheit die Grundvoraussetzung für ihr späteres Leben schaffen" wollten. So die Worte der Online-Petition. Auch für die Lehrer wäre es eine schwierige Situation, denn sie müssten zwangsweise versetzt werden und würden somit ihre gewohnte Umgebung verlieren.