Mit Erdbeeren und Donuts ins Weiße Haus

Michael Bloomberg will ins Weiße Haus: "Wir werden die Menschen wieder zusammenbringen"

Michael Bloomberg im Gespräch mit unserem Reporter Oliver Beckmeier.
© RTL

28. Februar 2020 - 14:12 Uhr

Von Oliver Beckmeier aus Houston, USA

Michael Bloomberg ist einer der reichsten Menschen der Welt und will jetzt US-Präsident werden,  In nationalen Umfragen liegt er bei den demokratischen Präsidentsschaftskandidaten inzwischen auf Rang drei. Wir haben ihn bei einem seiner Wahlkampfauftritte getroffen.

Michael Bloomberg gilt als Macher und Problemlöser

Wahlkampf von Michael Bloomberg hat etwas von einer Geburtstags-Party: Die Sonne scheint, es läuft Musik und es gibt leckere Häppchen. Bloomberg ist der einzige Kandidat, bei dem es kostenloses Essen gibt.
Wahlkampf von Michael Bloomberg hat etwas von einer Geburtstags-Party: Die Sonne scheint, es läuft Musik und es gibt leckere Häppchen. Bloomberg ist der einzige Kandidat, bei dem es kostenloses Essen gibt.
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Es hat etwas von einer Geburtstags-Party: Die Sonne scheint, es läuft Musik und leckeres Essen gibt es auch. Gekühlte Erdbeeren, Käsehäppchen und Getränke - alles kostenlos, spendiert von Michael Bloomberg. Nur feiert der heute hier in Houston, Texas nicht seinen Geburtstag, sondern macht Wahlkampf. Bloomberg will nämlich Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November besiegen. "Was würde mit Ihnen als Präsident anders?", frage ich den 78-Jährigen nach seiner Rede. "Wir werden das Wort 'vereinigt' zurück bringen in die Vereinigten Staaten von Amerika," antwortet er mir.

Michael Bloomberg ist studierter Elektro-Ingenieur und gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen wird auf 54 Milliarden Dollar geschätzt. Bloomberg begann seine Karriere als Aktienhändler. Anfang der 80er gründete er dann den nach ihm benannten Medien-Konzern - bis heute einer der größten der Welt. Der 78-Jährige gilt als Macher und Problemlöser - das macht ihn für viele Menschen, mit denen wir in Houston reden, zum besten Präsidentschaftskandidaten. "Ich mag seine Ideen," sagt mir eine ältere Frau. "Er hat gute Ansätze, wenn es um Themen wie Einwanderung und Umweltschutz geht."

Bloomberg will eine Milliarden Dollar Privatvermögen in den Wahlkampf pumpen

Bloomberg ist ein Mann der Zahlen, nicht der Gefühle. Bei seinen Auftritten wirkt er meist ruhig, kontrolliert, wird nur sehr selten emotional und laut. Eine Milliarde Dollar - von seinem eigenen Geld - will er in seinen Wahlkampf pumpen. Das macht seine Konkurrenten sauer. Sie sind der Meinung, dass Bloomberg sich die Präsidentschaftskandidatur erkaufen wolle. Er selbst spricht im Interview immer wieder von dem einen gemeinsames Ziel, das er erreichen wolle: "Wir werden die Menschen wieder zusammenbringen", sagt er mir, statt das Land weiter zu spalten."

Bloomberg ist übrigens der einzige Bewerber um die amerikanische Präsidentschafts-Kandidatur, bei dem es kostenloses Essen und Trinken bei den Auftritten gibt. Kritiker sagen, dass er sich so Sympathie-Punkte erkaufen wolle. Am Ende war jedenfalls alles aufgegessen und von Party-Stimmung keine Spur - als Bloomberg noch vor der Bühne einige Selfies machte, waren die meisten Zuschauer schon auf dem Weg nach Hause.