Mexiko: Zwölfjähriger stellt sich gegen 11.000 homophobe Demonstranten

14. September 2016 - 10:36 Uhr

Jetzt geht sein Bild um die Welt

Manchmal sagt ein Bild mehr als 1.000 Worte. Ein Junge hat sich in Mexiko rund 11.000 Demonstranten in den Weg gestellt, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe demonstrierten. Aufhalten konnte er sie nicht, dafür geht sein Bild jetzt um die Welt.

Ein Junge steht auf der Straße, die Arme ausgebreitet. Vor ihm drei Autos, gefolgt von einer nicht enden wollenden Menschenmenge. Es ist eine Demo gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Der Fotograf Manuel Rodriguez drückte genau in dem Moment auf den Auslöser, in dem der Junge sich den Demonstranten in der mexikanischen Stadt Ceyla in den Weg stellte. Ein starkes Bild, das ein Zeichen gegen die Homophobie setzt.

Zunächst habe er gedacht, der Junge wolle nur spielen, erzählte Rodriguez 'regeneracion'. Nachdem er das Foto gemacht hatte, habe er den Jungen allerdings gefragt, warum er sich auf die Straße gestellt habe. Die Antwort: "Ich habe einen schwulen Onkel und ich mag es nicht, wenn sie ihn hassen."

Die Demonstration aufzuhalten, schaffte der kleine Junge nicht - ein Video zeigt, wie er kurz nach dem Foto die Straße mit erhobener Faust wieder verlässt und zurück an den Straßenrand geht. Doch mit seinem Mut, sich einer derartigen Übermacht entgegenzustellen, begeistert er die Menschen weltweit.

In Mexiko dürfen gleichgeschlechtliche Paare nur in neun von 31 Bundesländern heiraten. Der oberste Gerichtshof hat 2015 allerdings festgehalten, dass das staatliche Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehen verfassungswidrig ist. Eine Verfassungsänderung soll das jetzt ändern, kündigte der mexikanische Präsident an. Dagegen protestierten Tausende Menschen im ganzen Land. Die größte Religion in Mexiko ist die katholische Kirche, deren Vertreter sich an den Demonstrationen beteiligten.