Infektionszahlen steigen

Mexiko: Extreme Armut durch Corona - "Dann müssen wir eben hungern"

Coronavirus in Mexiko: Carmen verkauft Kunsthandwerk, aktuell tauscht sie dieses aber auch gegen Lebensmittel
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24. Mai 2020 - 14:48 Uhr

Drei bis fünf Millionen mehr arme Menschen in Mexiko

"Tausche Kunsthandwerk gegen Lebensmittel", steht auf dem Plakat, neben Carmens von Hand gefertigten Taschen. Die dreifache Mutter verkauft kaum mehr etwas auf den Straßen von Mexiko Stadt, daher bittet sie nun um Essen. "Manchmal verkaufen wir was, manchmal nicht. Und wenn wir nichts verkaufen, dann müssen wir eben hungern." So geht es vielen: Menschen, die ihren Job verloren haben und nun betteln müssen. Straßenverkäufer, die ihr Kunsthandwerk gegen Essen tauschen. Experten rechnen damit, dass in Mexiko durch die Krise drei bis fünf Millionen Menschen in die Armut rutschen werden. Schon jetzt lebt jeder vierte Mexikaner in Armut.

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Corona in Lateinamerika: Der neue Krisenherd 

​In keiner anderen Region steigen gerade die Infektionszahlen so schnell wie in Lateinamerika, warnt die WHO. Und dennoch will Mexiko wieder schrittweise zur Normalität zurück. Am 1. Juni sollen in einigen Bundesstaaten Geschäfte und Unternehmen öffnen. Bisher verzeichnet Mexiko 60.000 Infizierte.

Doch es gibt Zweifel an den offiziellen Infektionszahlen, denn es wird kaum getestet. Renommierte Wissenschaftler gehen von einer Million Infizierten aus. 80 Prozent aller Krankenhäuser sind bereits voll. Der Infektiologe Dr. Moreno Sánchez ist besorgt: "Das Gesundheitssystem ist am Limit. Wir haben nicht genügend Personal und keine Intensivbetten mehr."

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