Bei Protesten in Mexiko

Demonstrant schlägt Live-Reporter k.o.

20. August 2019 - 20:22 Uhr

Angriff auf TV-Journalisten in Mexiko

Es sollte ein Protestmarsch gegen Gewalt gegen Frauen werden, aber Demonstranten in Mexiko-Stadt sind selbst gewalttätig geworden. Ein Mann streckte einen Fernsehreporter während eines Live-Berichts mit einem Fausthieb nieder. Unser Video zeigt den Angriff auf den TV-Journalisten.

17 Verletzte bei Demo in Mexiko-Stadt

Hunderte Frauen demonstrierten in Mexikos Hauptstadt, nachdem innerhalb von zwei Wochen zwei junge Frauen unabhängig voneinander angegeben hatten, in Mexiko-Stadt von Polizisten vergewaltigt worden zu sein. Die Protestierer legten an mehreren Orten Feuer – unter anderem in einer Polizeiwache und an einem Denkmal zur Unabhängigkeit Mexikos. Vermummte Frauen zerstörten zudem eine Bushaltestelle und beschädigten einige Polizeiautos. Mehrere Menschen wurden mit Farbe besprüht. Medienberichten zufolge gab es 17 Verletzte, darunter 14 Polizisten und zwei Journalisten.

Zwei Frauen erklärten, vergewaltigt worden zu sein

Es hatte bereits in den Tagen zuvor Demonstrationen gegeben. Eine 17-Jährige war nach eigenen Angaben am 3. August von mehreren Polizisten vergewaltigt worden, als sie sich nachts auf dem Heimweg befand. Eine 16-Jährige zeigte einen Polizisten an, der sie in einem Museum, in dem sie ein Praktikum machte, vergewaltigt habe. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für die mutmaßlichen Opfer. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, erklärte, sechs Polizisten seien suspendiert worden.

Nach Angaben der Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen haben in Mexiko zwei Drittel der Frauen über 15 Jahren bereits eine Form von Gewalt erlebt. Die UN-Organisation schätzt, dass es in den vergangenen 25 Jahren rund 35.000 Tötungsdelikte an Frauen wegen ihres Geschlechts gab.