Mexiko: Abschiedsschmerz auf dem Schulweg - "Die Familie wird auseinander gerissen"

28. April 2017 - 14:40 Uhr

Trump droht mit Mauerbau

US-Präsident Trump hat immer wieder angekündigt, eine Mauer an der US-Grenze zu Mexiko bauen zu wollen. Es ist eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen, illegale Einwanderung zu stoppen. Seit Trumps Amtsantritt befürchten Illegale in den USA nun Abschiebewellen. Aber auch Familien in Mexiko fürchten sich vor einer Abschottung der USA. Denn viele mexikanische Kinder überqueren täglich die Grenze, um an US-amerikanische Schulen zu gehen.

Tausende mexikanische Kinder überqueren täglich Grenze, um zur Schule zu gehen

Tausende mexikanische Kinder überqueren jeden Tag die Grenze, um in den USA zur Schule zu gehen. So auch Elias und Eulises Grande aus Puerto Palomas. Jeden Tag bringt ihre Mutter Elizabeth sie zur Grenzkontrolle. Mit dem Bus geht es für die Jungs dann weiter in die Schule im Grenzort Columbus.

Elias und Eulises haben beide einen US-amerikanischen Pass, denn ihre Familie war vor Jahren in die USA ausgewandert - die Jungen kamen dort zur Welt. Vor vier Jahren aber wurde die Mutter wegen einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung ausgewiesen. Nur ihr Mann und der älteste Sohn blieben im US-Bundesstaat New Mexico. Denn die Kinder dürfen nur in eine amerikanische Schule, wenn ein Elternteil in den USA lebt. "Die Familie ist auseinandergerissen. Es ist schwer für uns, denn sehen können wir uns nicht mehr. Wenigstens können die Kinder in ihrem gewohnten Umfeld zur Schule gehen", sagt Elizabeth Grande.

In New Mexico wird nur sporadisch geprüft, ob alle Kinder noch einen US-Wohnsitz haben. Doch inzwischen sorgen sich viele mexikanische Familien, dass Trump den Schüler-Grenzverkehr durch strengere Auflagen unterbinden könnte.