In Drogentherapiezentrum

Mexiko: 24 Menschen bei Massaker erschossen

Massaker in Mexiko
© dpa, Mario Armas, EV pat

02. Juli 2020 - 6:03 Uhr

Schwer bewaffnete Angreifer sollen Suchtzentrum überfallen haben

In Mexiko sind 24 Menschen bei einem Massaker in einem Drogentherapiezentrum erschossen worden. Sieben weitere Menschen wurden außerdem verletzt. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar, der Gouverneur der Gegend, Diego Sinhu, machte aber Drogenkartelle dafür verantwortlich. Laut lokalen Medienberichten sollen die Angreifer schwer bewaffnet gewesen sein.

01.07.2020, Mexiko, Irapuato: Forensiker bereiten sich darauf vor, in eine Einrichtung für Suchttherapie einzutreten. Mindestens 24 Menschen sind in einer Einrichtung für Suchttherapie in Mexiko erschossen worden. Foto: Mario Armas/AP/dpa +++ dpa-Bil
Massaker in Mexiko: 24 Tote, sieben Verletzte
© dpa, Mario Armas, EV pat

Kartellchef drohte nach der Festnahme seiner Mutter mit mehr Gewalt

Die Gegend um Irapuato im Bundesstaat Guanajuato ist eine der gefährlichsten Mexikos. Es hatte dort Berichten zufolge in den vergangenen Wochen bereits weitere Angriffe auf Einrichtungen für Drogenabhängige mit Toten gegeben.

In Guanajuato ist unter anderem das Kartell Santa Rosa de Lima aktiv, das vor allem in Benzindiebstahl verwickelt ist. Kartellchef José Antonio Yépez Ortiz alias "El Marro" veröffentlichte vor rund zehn Tagen ein Video, in dem er wütend mit einer Eskalation der Gewalt droht. Bei Razzien waren unter anderem seine Mutter und seine Schwester festgenommen worden.

Im Gebiet tobt ein Kampf der Drogen- und Verbrecherkartelle

Die Gruppe von Yépez Ortiz kämpft auch mit dem mächtigen Verbrechersyndikat Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG) um Territorium. Das CJNG wurde für ein gescheitertes Attentat auf den Polizeichef von Mexiko-Stadt vergangenen Freitag, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, verantwortlich gemacht. Das Haupteinflussgebiet des Kartells befindet sich im Westen des Landes. Sein Chef ist Nemesio Oseguera Cervantes, genannt "El Mencho". Für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, hat die US-Regierung zehn Millionen Dollar ausgelobt - im nördlichen Nachbarland Mexikos wird er wegen Drogenhandels gesucht.

In Mexiko werden jeden Tag knapp 100 Menschen ermordet

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt geht in diesem Jahr trotz der Corona-Krise ungebrochen weiter. Das Blutvergießen geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem nordamerikanischen Land werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

Quelle: dpa/RTL.de