Limo und Fritten werden jetzt behandelt wie Alkohol und Zigaretten

Mexikanischer Bundesstaat verbietet Softdrinks und Fastfood für Minderjährige

09. August 2020 - 13:26 Uhr

Oaxaca: Süße Softdrinks und ungesundes Fast Food nur noch ab 18 Jahren

Der mexikanische Bundesstaat Oaxaca hat den Verkauf von zuckerhaltigen Softdrinks und stark kalorienhaltigem Fast Food an Kinder verboten. Damit werden die ungesunden Produkte dort nun genau wie Zigaretten und Alkohol behandelt. Die Behörden wollen mit der Maßnahme Übergewicht und Diabetes bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen.

Lokalregierung in Oaxaca will, dass Kinder gesünder ernährt werden

"Mit einer historischen Entscheidung hat der Kongress von Oaxaca den Verkauf und Konsum von zuckerhaltigen Getränken für Minderjährige verboten", twitterte die Lokalregierung. Magaly López Domínguez, die das Gesetz auf den Weg gebracht hatte, argumentierte, dass die Softdrink-Industrie überall sei und ihre Produkte sogar in den abgelegensten Dörfern verkaufe. An manchen Orten gäbe es weder Medizin, noch sauberes Trinkwasser, aber es gäbe Cola zu kaufen.

Das will die Lokalregierung nun radikal ändern. Ungesunde Snacks und Softdrinks sind für Kinder in Oaxaca jetzt gestrichen. Erst ab 18 darf man sich die ungesunden Sachen einverleiben. Wenn man seinem Kind jetzt eine Limo vorsetzt oder Fritten zu essen gibt, ist das vor dem Gesetz so, als würde man es eine Zigarette rauchen und ein Bier trinken lassen.

Studio shot of bottles with beverages, Erfrischungsgetränke in Plastikflaschen Keine Weitergabe an Drittverwerter.
Studio shot of bottles with beverages, Erfrischungsgetränke in Plastikflaschen
© picture alliance / Bildagentur-o

In ganz Mexiko gibt es schon eine Extra-Steuer auf Softdrinks

Mexiko kämpft seit Jahren mit den Folgen von Übergewicht für die Gesellschaft. Fast drei von vier Mexikanern wiegen zu viel. Die mexikanische Regierung hatte darum bereits eine extra Steuer auf süße Soft-Getränke eingeführt. Oaxaca geht nun noch einen Schritt weiter, um die Eltern dazu zu bewegen, ihre Kinder gesünder zu ernähren.