Das Geld soll in soziale Projekte fließen

Mexikanische Regierung versteigert Luxusautos von Drogenbaronen

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26. Mai 2019 - 16:57 Uhr

Autos von zwielichtigen Vorbesitzern kommen unter den Hammer

In Mexiko findet am heutigen Sonntag Versteigerung statt. 82 Autos kommen unter den Hammer. Aber es sind nicht irgendwelche Autos: Die Wagen gehörten vorher kriminellen Drogenbaronen und wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Vom VW bis zum Lamborghini ist alles dabei

Die Regierung beschloss nun, die Wagen und auch andere Luxusgüter, Grundstücke und Immobilien, die durch krumme Geschäfte finanziert wurden, zu versteigern. Der Erlös soll in soziale Programme fließen und so Bedürftigen zugutekommen. Die Einnahmen der heutigen Aktion sind beispielsweise für Dörfer im armen Bundesstaat Guerrero bestimmt.

Die Auktion wird in "Los Pinos" – der ehemaligen Präsidentenresidenz in Mexiko-Stadt – veranstaltet. Die Bieter konnten sich auch vorher schon auf der Internetseite der Regierung über die Angebote informieren. Vom VW-Käfer zum Startpreis von 10.000 Pesos (470 Euro) bis hin zu einem Lamborghini Murciélago ab 1,47 Millionen Peso (69.000 Euro) ist alles dabei.

„Alles, was wir beschlagnahmen, soll den Menschen zugutekommen.“

Die Regierung plant weitere Versteigerungen von Schmuck oder Luxusvillen, die ebenfalls zwielichtige Vorbesitzer hatten. "Alles, was wir beschlagnahmen, soll den Menschen zugutekommen", sagte der linksnationalistische Präsident Andrés Manuel López Obrador. Er hatte vor kurzem versprochen, ein "Robin-Hood-Institut" werde dem Volk das Diebesgut der Verbrecher und Korrupten zurückgeben. Kritiker werfen dem Präsidenten wegen seiner zur Schau getragenen Bescheidenheit Populismus vor.

Das organisierte Verbrechen hat Mexiko fest im Griff. Teile des Landes werden von mächtigen Drogenkartellen kontrolliert, Korruption ist weit verbreitet. Sicherheitsexperten raten seit langem, verstärkt die Finanzstrukturen der Verbrechersyndikate ins Visier zu nehmen, anstatt immer nur Jagd auf die Kartellbosse zu machen.