Meuterei in der "kleinen Hölle" in Guatemala

Häftlinge nehmen zehn Gefängnis-Wärter als Geisel - Riskante Befreiungsaktion gelingt

Meuterei im Knast: Polizei befreit Wärter 10 Gefängniswärter als Geiseln
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10 Gefängniswärter als Geiseln
Meuterei im Knast: Polizei befreit Wärter

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Häftlinge nehmen Gefängnis-Wärter als Geisel

Mörderische Jugendbanden machen den zentralamerikanischen Staat Guatemala unsicher. Untereinander bekämpfen sich sie bis auf Blut und sorgen für Angst und Schrecken auf den Straßen des Landes. Gesteuert werden die Kriminellen meist aus den Gefängnissen heraus. Um das zu unterbinden, werden sie in regelmäßigen Abständen in andere Haftanstalten verlegt. So auch am Dienstag – doch dieses Mal kam es zur Eskalation. Häftlinge nahmen zehn Wärter als Geisel. Die riskante Befreiungsaktion sehen Sie im Video.

Gefangene Wärter in Guatemala am Dienstag freigelassen

Bei einer Gefangenenmeuterei in Guatemala hatten Häftlinge zehn Justizvollzugsbeamte als Geiseln genommen, teilte das Innenministerium am Montag mit. Die Männer seien am Dienstag freigelassen worden. Die Gefangenen, die die Verlegung von Anführern der Jugendbande „Barrio 18“ in andere Haftanstalten verhindern wollten, hatten ihre Forderungen aufgegeben, heißt es.

Rund 2.000 Polizisten waren am Montag rund um das Hochsicherheitsgefängnis „El Infiernito“ („Die kleine Hölle“) in Escuintla zusammengezogen worden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. „Wir werden nicht verhandeln“, hatte Innenminister Oliverio García Rodas angekündigt. „Sollte es nötig sein, Gewalt anzuwenden, werden wir das tun.“

Der Aufstand sei schließlich in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) nach fast einem Tag friedlich beendet worden, berichteten lokale Medien. „Ich fordere die Gangmitglieder auf, von ihren Handlungen abzusehen“, sagte Präsident Alejandro Giammattei zuvor in einer Videoansprache.

Gangs kontrollieren ganze Stadtviertel in Guatemala 

In Guatemala steuern inhaftierte Bandenchefs ihre kriminellen Geschäfte oft weiterhin aus dem Gefängnis heraus. Mit der Verlegung in andere Haftanstalten versuchen die Sicherheitsbehörden, die Kommunikationskanäle der Gangs zu unterbrechen.

In Mittelamerika kontrollieren mächtige Jugendgangs - die sogenannten Maras - ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung sowie Drogenhandel verwickelt. Die häufig am ganzen Körper mit Gangsymbolen tätowierten Bandenmitglieder dürften für den Großteil der Gewalt in der Region verantwortlich sein.