2018 M06 13 - 20:13 Uhr

Weltmeister trainieren bei ZSKA Moskau

Die deutsche Nationalelf hat mit einem öffentlichen Training in Watutinki die finale Vorbereitung auf den WM-Start am Sonntag gegen Mexiko aufgenommen. Joachim Löw standen alle 23 Spieler zur Verfügung, auch der zuletzt angeschlagene Mittelfeld-Regisseur Mesut Özil machte beim Mannschaftstraining mit.

Das deutsche WM-Quartier hat für Löw "den Charme einer guten Sportschule"

Der äußerst fokussiert wirkende Bundestrainer ließ bei seinem ersten Auftritt in Russland keinen Zweifel: Nichts und niemand soll ihn und seine Mannschaft vor dem Beginn der historischen Titelmission am Sonntag (17 Uhr) gegen Mexiko stören - auch nicht das leidige Dauerthema Erdogan-Affäre. "Alles ist auf Sonntag ausgerichtet", sagte Löw im deutschen WM-Quartier in Watutinki. Die Unterkunft vor den Toren Moskaus versprühe zwar eher "den Charme einer guten Sportschule", meinte Löw, "doch wir dürfen keine Energie vergeuden und müssen die Dinge so annehmen, wie sie sind."

Auf dem steinigen Weg zum fünften Stern will der 58-Jährige nichts dem Zufall überlassen. Die Bedingungen auf dem Trainingsgelände des russischen Top-Klubs ZSKA Moskau seien zwar gut, doch nach einem prüfenden Blick bei der ersten Einheit stellte Löw fest: "Der Rasen ist ein paar Millimeter zu hoch. Das werden wir korrigieren."

Mesut Özil noch immer im Fokus

Rund um das erste Training des Weltmeisters im Land des Gastgebers nach der Ankunft in Watutinki herrschte beste Laune. Mehrere Hundert Zuschauer verfolgten die öffentliche Einheit - darunter viele Kinder aus der deutschen Schule in Moskau. Im Anschluss nahmen sich Kapitän Manuel Neuer, Mats Hummels und die anderen reichlich Zeit für Autogramme und Selfies.

Da konnten Mesut Özil und Ilkay Gündogan ihre Probleme einmal vergessen. Die Nachwirkungen ihres Treffens mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sind aber immer noch spürbar. Das bereitet auch Löw Sorgen. "Beide Spieler waren sicher von der Situation beeindruckt und haben gelitten", berichtete er und fügte mit Blick auf die sportlichen Ziele an: "Ich muss sie so weit in Form bringen, dass sie in den Flow kommen und unserer Mannschaft helfen."

Rund 150 Fans jubeln der Mannschaft zu

Nach den freien Tagen in der Heimat im Anschluss an die äußerst durchwachsene Generalprobe gegen Saudi-Arabien (2:1) scheint auch der Rest der Mannschaft allmählich bereit. Im Training war viel Zug, es wurde aber auch viel gelacht. "Die Mannschaft wird sich noch weiter steigern", ist sich Löw sicher.

Ab Donnerstag geht es "um den Feinschliff im taktischen Bereich", so Löw. Da müsse man noch "einige Abläufe durchspielen". Mexiko sei zwar ein Gegner, "der uns alles abverlangen wird", sagte Löw, "wir sind aber auf alles vorbereitet. Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir werden die richtigen Lösungen finden."

Jogi Löw schürt den Konkurrenzkampf

"Da werde ich mich noch nicht festlegen. Wir haben innerhalb der Mannschaft einen Konkurrenzkampf. Das ist so gewollt", sagte Löw und verteilte zum Abschluss noch lobende Worte: "Die Mannschaft hat gut gearbeitet. Wir haben eine gute Energie in unserer Gruppe. Es fehlen nur noch ein paar Prozent." Diese sollen bis Sonntag da sein.

Quelle: SID/ RTL.de