Englischer Club will Weltmeister loswerden

Trainer-Legende Arsène Wenger: Umgang mit Mesut Özil bei Arsenal „eine Schande“

Arsène Wenger kann den Umgang mit Mesut Özil nicht nachvollziehen.
Arsène Wenger kann den Umgang mit Mesut Özil nicht nachvollziehen.
© deutsche presse agentur

11. Oktober 2020 - 12:01 Uhr

Özil einer der „ganz Großen“

Mesut Özil und der englische Top-Club FC Arsenal, das scheint einfach nicht mehr zu passen: Seit Monaten ist der ehemalige Nationalspieler nur noch Zuschauer, wurde zuletzt nicht einmal mehr für den Europa-League-Kader des Clubs nominiert. Für Trainer-Legende und Ex-Arsenal-Coach Arsène Wenger "eine Schande". Özils Zuschauerrolle sei "eine Verschwendung, für ihn und für alle, die Fußball lieben", so der 70-Jährige im Interview mit der "Welt am Sonntag". "Er ist einer der ganz Großen. Leute gehen ins Stadion, um Spieler wie ihn zu sehen."

Arsenal will Özil loswerden

Wie viele Beobachter kennt Wenger, der Özil vor sieben Jahren von Real Madrid zu Arsenal geholt hatte, die Hintergründe für die Situation des Weltmeisters nicht. "Er ist vom Radar verschwunden, als ich den Club verlassen habe. Er ist ein Künstler. Aber für Künstler ist kein Platz mehr im modernen Fußball. Die wahren Gründe, wieso er nicht da steht, wo er stehen müsste, sind mir ein Rätsel."

Seit Monaten hat Özil bei Arsenals Teammanager Mikel Arteta einen schweren Stand. Der 31-Jährige lief Anfang März, vor der Corona-Zwangspause, zum letzten Mal für Arsenal auf. Seit Ende Juni stand er nicht mehr im Aufgebot.

Die Londoner machen keinen Hehl daraus: Sie wollen den Spitzenverdiener unbedingt abgeben. Rund 380.000 Euro verdient Özil bei den "Gunners" – pro Woche. Am Ende der Saison läuft der Vertrag des Deutschen aus, einen vorzeitigen Wechsel lehnte Özil bislang ab.

Wenger: Rücktritt aus Nationalmannschaft ein Fehler

Ein Aspekt für die negative Entwicklung von Özils Laufbahn könnte aus Sicht von Wenger der Rücktritt des Mittelfeldstars aus der deutschen Nationalelf sein - nach der Debatte um sein Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan war Özil zurückgetreten. "Ich habe es noch nie gemocht, wenn Spieler bei der Nationalelf hingeschmissen haben. Irgendetwas geht und stirbt dann in ihnen", so Wenger. "Nachdem die Tür zu war, habe ich nur Spieler gesehen, bei denen es abwärts ging. Bei keinem ging es danach aufwärts. Ich mag seine Entscheidung nicht. Ich denke, sie war ein Fehler."