Mesut Özil rechnet ab, Teil 2: Attacke auf DFB und Sponsoren

Mesut Özil D Teamankunft Nationalmannschaft in Mainz
Mesut Özil D Teamankunft Nationalmannschaft in Mainz
© imago/Schüler, imago sportfotodienst

23. Juli 2018 - 7:14 Uhr

Özil greift Medien und DFB-Sponsor in Erdogan-Affäre an

Es ist wie auf dem Platz: Entweder steht er - im Phlegma gefangen - wie eine Hülle auf dem Rasen, oder er wirbelt wie ein Virtuose. So auch jetzt. Verbal. Aus Mesut Özil sprudelt es nur so heraus. Kaum hat der Nationalspieler sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gerechtfertigt, schon schiebt er Teil 2 seiner Abrechnung nach. Im Visier diesmal: Die deutschen Medien und ein DFB-Sponsor.

Özil wirft Medien Doppelmoral vor

Zum einen warf der 29-Jährige "bestimmten deutschen Zeitungen" rechte Propaganda vor, "um ihre politischen Interessen voranzutreiben". Er sei enttäuscht über die "Doppelmoral" in der Berichterstattung über seine Fotos mit Erdogan.

Özil fordert den DFB heraus

Zum anderen sei Özil nach den Bildern von einem DFB-Sponsor nachträglich aus Werbekampagnen entfernt worden. Alle weiteren PR-Aktivitäten, für die er eigentlich vorgesehen gewesen war, seien gestrichen worden. "Für sie war es nicht länger gut, mit mir gesehen zu werden. Sie nannten diese Situation 'Krisenmanagement'", ließ Özil wissen, ohne den Namen des Sponsors konkret zu nennen.

Allerdings wird angesichts der Kritik deutlich, dass nur DFB-Sponsor Mercedes gemeint sein kann. "Diese Begründung ist schon merkwürdig, da sie Produkte verkauft haben, die ihre Kunden Risiken ausgesetzt haben. Hunderttausende ihrer Produkte mussten zurückgerufen werden." Özil fragte: "Was hat der DFB zu all dem zu sagen?"

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Lothar Matthäus trifft Wladimir Putin
Lothar Matthäus (li.) traf während der Fußball-WM in Russland Wladimir Putin.
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Dann bekam auch einer der größten Özil-Kritiker, Lothar Matthäus, sein Fett weg. Denn das Treffen des Weltmeisters von 1990 mit Russlands Präsident Wladimir Putin sei in den Medien bei Weitem nicht so heftig diskutiert worden wie sein Foto mit Erdogan. Özil forderte offen, dass Matthäus der Titel "DFB-Ehrenspielführer" aberkannt werden müsse, wenn man gleiche Maßstäbe ansetzen würde.

Matthäus hatte den Deutsch-Türken während der WM in seiner Kolumne in der "Bild" scharf kritisiert.

"Ganz ehrlich, das tat wirklich weh"

Auch eine geplante Aktion für einen guten Zweck in seiner früheren Schule in Gelsenkirchen sei wegen des Wirbels um die Fotos nicht zustande gekommen. Seine Partner für die Benefiz-Aktion hätten ihm wenige Tage vorher gesagt, derzeit nicht mehr mit ihm arbeiten zu wollen. Auch von der Schule habe er eine Absage bekommen. "Ganz ehrlich, das tat wirklich weh", schrieb Özil.

Die im Mai veröffentlichten Fotos zeigen Özil beziehungsweise dessen DFB-Teamkollegen Ilkay Gündogan mit Erdogan einen Monat vor der Fußball-WM bei einer Veranstaltung in London. Die Nachwirkungen des Eklats hatten die deutsche Nationalelf durch die WM begleitet. DFB-Präsident Reinhard Grindel und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff forderten zuletzt eine öffentliche Erklärung von Özil.

Teil 3: Die Bombe platzt ...