Meßstetten: Massenschlägerei in Flüchtlingsunterkunft

Die Polizei war mit vereinten Kräften im Einsatz.
© dpa, Felix Kästle

18. November 2015 - 11:42 Uhr

Etwa 200 bis 300 Beteiligte

Hunderte Asylbewerber haben sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb bei einem Streit am Freitagabend an der Essensausgabe Schlägereien geliefert. Es seien Steine und andere Gegenstände geflogen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch Mitarbeiter des Sicherheitspersonals der Einrichtung seien angegriffen worden. Unter den 200 bis 300 Beteiligten hätten mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten. An der betroffenen Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) waren etwa 100 Polizisten im Einsatz.

Auch nach der Massenschlägerei bleibt die Situation in Meßstetten angespannt. Wegen der aufgeheizten Lage seien weiter Einsatzkräfte an Ort und Stelle, sagte ein Polizeisprecher. "Die Polizei hat die Lage im Griff", sagte der Sprecher. Ein "Hauptunruhestifter" sei vorläufig festgenommen worden. Polizeibeamte seien nicht verletzt worden.

Die Hintergründe des Zwischenfalls waren weiter unklar. Wegen sprachlicher Schwierigkeiten dauere es mit der Aufklärung. In der LEA sind nach Polizeiangaben rund 3.000 Menschen untergebracht, darunter viele Asylbewerber aus Syrien. In der Einrichtung im Zollernalbkreis war es zuletzt im Oktober sowie zuvor im September zu schweren Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen gekommen. Dabei waren Bewohner der Einrichtung einmal auch mit Eisenstangen aufeinander losgegangen.

Ein Polizeisprecher sagte, dass es eine auffällige Zunahme solcher Zwischenfälle gebe. Die Beamten seien beunruhigt. In den baden-württembergischen Flüchtlingsunterkünften kommt es immer wieder zu Spannungen unter Asylbewerbern, die gewaltsam ausgetragen werden.