Messerattacke in Wien: Angreifer vor iranischer Botschaft erschossen

12. März 2018 - 7:02 Uhr

Schüsse in Wien

In der Nacht zum Montag sind in Wien mehrere Schüsse gefallen: Ein Wachposten erschoss einen mit einem Messer bewaffneten Mann, nachdem dieser ihn angegriffen hatte. Es ist bereits die zweite Messerattacke in der österreichischen Hauptstadt innerhalb weniger Tage.

Angriff ohne Vorwarnung

Der Wachposten vor der Residenz des iranischen Botschafters im Wiener Bezirk Hietzing hatte zunächst Pfefferspray eingesetzt, um den Angreifer außer Gefecht zu setzen - vergeblich. Der Soldat des österreichischen Bundesheeres gab anschließend vier Schüsse aus seiner Dienstwaffe ab. Der Attentäter starb noch am Tatort. Der Mann war kurz nach 23:30 Uhr ganz ohne Vorwarnung auf den Soldaten losgegangen.

Bei dem Angreifer handelt es sich um einen 26 Jahre alten österreichischen Staatsbürger. Warum er den Wachposten angriff ist bislang unklar. Als Vorsichtsmaßnahme ordnete die Polizei eine verstärkte Überwachung der diplomatischen Einrichtungen in ganz Wien an.

Der angegriffene Soldat ist ein 1994 geborener, in Wien wohnhafter Tiroler, sagte der Sprecher des österreichischen Verteidigungsministeriums, Michael Bauer. Der junge Soldat habe bei dem Angriff eine Schnittwunde am linken Oberarm davongetragen und sei mit einem schweren Schock ins Krankenhaus gebracht worden. Laut Bauer handelte der Berufssoldat vorschriftsmäßig, indem er zunächst das Pfefferspray eingesetzt habe. Erst als das nichts gebracht habe, habe er zur Dienstwaffe gegriffen. "Er hat aus jetziger Sicht alles richtig gemacht", sagte Bauer der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Zweite Messerattacke innerhalb weniger Tage

Erst am vergangenen Mittwoch war bei einer Messerattacke auf offener Straße in Wien eine dreiköpfige österreichische Familie lebensgefährlich verletzt worden. Der 23-Jährige mutmaßliche Täter nannte als Grund für seinen Angriff seine "schlechte, aggressive Stimmung". Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.