Messerattacke in Lübeck: Mann sticht in Bus um sich - zehn Verletzte, Tatmotiv unklar

21. Juli 2018 - 8:22 Uhr

Mutmaßlicher Angreifer schweigt zu Vorwürfen

Ein Mann hat in einem Lübecker Linienbus wahllos auf Fahrgäste eingestochen. Der Busfahrer handelte geistesgegenwärtig, öffnete die Türen und ermöglichte den Menschen so die Flucht. Einige Menschen überwältigten den Deutschen mit iranischen Wurzeln, der zu den Tatvorwürfen bislang schweigt. Bei der Attacke wurden zehn Menschen verletzt.

Drei Schwerverletzte in Lübeck nach Attacke mit Küchenmesser

Fünf der zehn Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei davon seien schwer verletzt, einer von ihnen durch Messerstiche, sagte Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Bei den anderen beiden sei der Grund der Verletzungen noch unbekannt, so Hingst. Der Täter habe ein Küchenmesser benutzt.

Der in Lübeck lebende Mann soll voraussichtlich am Samstagvormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung gegen ihn erwirken. Pflichtverteidiger Oliver Dedow erklärte im RTL-Interview, der Mann habe eine psychische Störung. "Das ist auf jeden Fall der Grund für die begangenen Straftaten, kein politischer Hintergrund." Das Statement sehen Sie im Video oben.

"Dem Busfahrer gebührt ein großer Dank"

Streifenpolizisten, die zufällig in der Nähe waren, und vor allem das schnelle Handeln des Busfahrers haben nach Einschätzung des Innenministers von Schleswig-Holstein, Hans-Joachim Grote (CDU) Schlimmeres verhindert. Der Busfahrer habe "schnell und couragiert gehandelt", sagte Grote. "Dem gebührt ein großer Dank." Der Busfahrer wurde durch einen Faustschlag des Tatverdächtigen verletzt.

Laut Grote hatte der Fahrer im Rückspiegel Qualm bemerkt, den Bus gestoppt und alle Türen geöffnet. Anschließend soll der mutmaßliche Täter nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben. Der Fahrer sei zu dem Tatverdächtigen geeilt und von diesem geschlagen worden, sagte Grote. "Dann hat es ein Handgemenge gegeben." Dabei wurde der Angreifer überwältigt.

Ermittler rätseln über Tatmotiv bei Messerangriff im Bus

Im Rucksack des Mannes fanden Experten Brandbeschleuniger, aber "keine weiteren Sprengmittel oder Ähnliches", sagte Hingst. Die Ermittler rätseln über seine Motive. Erkenntnisse erhoffen sie sich von den vielen Zeugen der Tat. Nach Schätzung des Busfahrers waren zur fraglichen Zeit etwa 70 Menschen im Bus.