30. April 2016 - 17:21 Uhr

Der Täter stand vermutlich unter Drogeneinfluss

Eine Woche nach der mysteriösen Messerattacke auf einen Richter in Hildesheim ist der Tatverdächtige gefasst worden. Ein 20-Jähriger hat den Angriff auf den 60-Jährigen gestanden, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer. Dem Täter, der vermutlich unter Drogeneinfluss stand, wird versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft will nun durch ein Gutachten die Schuldfähigkeit des Mannes überprüfen lassen.

Tatwaffe der Messerattacke in Hildesheim
Mit dieser Tatwaffe wurde der Richter in Hildesheim niedergestochen.
© dpa, Polizei Hildesheim

Der Mann, der in Hildesheim bei seiner Mutter wohnt, erklärte der Polizei, er habe "bewusstseinsbeeinflussende Substanzen" eingenommen, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Christina Pannek. Er habe den Richter "dem Himmel zuführen" wollen. Der Festgenommene hatte sein Opfer auf einem Feldweg überfallen und ihm ein 20 Zentimeter langes Messer in den Rücken gerammt. Der Richter war mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von der Arbeit, dank einer Notoperation überlebte er schwerverletzt. Inzwischen gehe es ihm "etwas besser", so Pannek. Der Richter liege zwar noch im Krankenhaus, allerdings nicht mehr auf der Intensivstation.

Warum der Angreifer auf den Mann einstach, ist noch völlig unklar. Einen Zusammenhang zur beruflichen Tätigkeit des Richters sei nicht zu erkennen. Bisher gehen die Ermittler von einer zufälligen Begegnung aus. Zuvor habe es jedenfalls keine Berührungspunkte zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer gegeben.

Die Polizei hatte mit Aufnahmen einer Überwachungskamera nach dem Täter gesucht. Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Beamten auf die Spur des 20-Jährigen. Nach einer rund einstündigen Verfolgungsjagdkonnte der Verdächtige schließlich gefasst werden. Die Ermittlungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen, sagte der Leiter der Mordkommission, Dirk Jenne. Unter anderem müssten noch Beweismittel aus der Wohnung des Verdächtigen ausgewertet werden.