Mesale Tolu zurück in Deutschland: Darum kann sie sich nicht über die Ausreise aus Türkei freuen

Türkei hob Tolus Ausreisesperre auf

Nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre in der Türkei ist die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu in Deutschland eingetroffen. Sie landete am Sonntag auf dem Stuttgarter Flughafen. Tolu gab dort eine Stellungnahme vor der Presse ab.

Anklage wegen Terrorvorwürfen

"Es ist nicht so, dass ich mich wirklich über die Ausreise freue, weil ich weiß, dass sich in dem Land, in dem ich eingesperrt war, nichts verändert hat." Tolu kündigte an, sie wolle sich weiter für die Menschen einsetzen, die in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert seien.

Die 34-Jährige, die für die Nachrichtenagentur Etha arbeitete, ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt, sie saß dort bis Dezember mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. Vor einer Woche wurde überraschend die Aufhebung ihrer Ausreisesperre bekannt.

Die Türkei wirft ihr Unterstützung der verbotenen linksextremen Gruppe MLKP vor. Ihr Prozess in der Türkei wird ungeachtet ihrer Ausreise fortgeführt. Auch ihr Ehemann Suat Corlu ist angeklagt. Seine Ausreisesperre ist nicht aufgehoben, er muss in der Türkei bleiben.

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Fälle Tolu, Yücel und Steudtner belasten deutsch-türkische Beziehungen

Der Fall Tolu hatte zusammen mit dem des "Welt"-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer belastet.