Nach Anschlag in Halle

Trauerfeier für Opfer Kevin S.: Die Fahne seines Lieblingsvereins umhüllt seinen Sarg

© dpa, Jan Woitas, woi hak

18. Oktober 2019 - 19:33 Uhr

Abschied in Merseburg

Er war ein willkürliches Opfer. Als es Killer Stephan B. nicht gelang, in die Synagoge in Halle zu kommen, erschoss er zwei Menschen. Einer davon war Kevin S. Am Freitagnachmittag verabschiedeten sich Freunde und Verwandte bei einer Trauerfeier in der Stadtkirche St. Maximi in Merseburg von ihm.

Sarg war in HFC-Fahne gehüllt

Rund 300 Menschen haben sich in der Stadtkirche St. Maximi versammelt, darunter auch zahlreiche Fans des Drittliga-Fußballvereins Hallescher FC. Kevin S. war großer Fußball-Fan. Schon lange vor Beginn der Trauerfeier hatten Dutzende HFC-Anhänger vor der Kirche ausgeharrt. An dem in eine rot-weiße HFC-Fahne gehüllten Sarg im Innern der Kirche legten die Trauernden Blumen und Kränze nieder.

Vor dem Gotteshaus waren augenscheinlich genauso viele Menschen, wie in drinnen. Sie verfolgten die Trauerfeier auf einem extra aufgestellten Bildschirm. Die meisten von ihnen waren Fußballfans.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärte, der rechtsextreme Terror sei nicht nur in Sachsen-Anhalt zu lange unterschätzt worden.

Kevin wollte sich nur einen Döner holen

Am 9. Oktober hatte der Deutsche Stephan B. schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf den 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Die Tat hatte der 27-jährige B. via Helmkamera live im Internet übertragen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt.

Kevins Mutter trauert

Kurz nach dem Anschlag sprach Kevins Mutter Mandy S. mit RTL über den tragischen Verlust und ihre Trauer. Ihre emotionalen Worte berühren zutiefst.