Merkel verspricht schnelle Ebola-Hilfe - Bundeswehr-Einsatz denkbar

Kanzlerin Merkel reagierte auf den Hilferuf aus Liberia und sicherte schnelle Hilfe zu.
Kanzlerin Merkel reagierte auf den Hilferuf aus Liberia und sicherte schnelle Hilfe zu.
© dpa, Maja Hitij

18. September 2014 - 8:24 Uhr

Obama will 3.000 US-Soldaten nach Westafrika schicken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Liberia rasche Hilfe im Kampf gegen das tödliche Ebola-Virus versprochen. Dabei könnte auch die Bundeswehr zum Einsatz kommen. Die Kanzlerin erklärte, dass es vor allem um Lufttransporte, sichere Rücktransporte für Ärzte und andere Helfer sowie um eine Krankenstation und die Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehe.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor angekündigt, er wolle 3.000 Soldaten und zivile Vertragsarbeiter der Armee nach Westafrika schicken. Das US-Militär will in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden 17 Kliniken mit je 100 Betten für Ebola-Patienten in Liberia, Guinea und Sierra Leone bauen. "Die Situation in Liberia ist in der Tat dramatisch", sagte Merkel. Zu dem persönlichen Appell der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf an Merkel sagte die Kanzlerin: "Wir werden sehr schnell agieren und mit allem dem, was wir zur Verfügung haben, bereitstehen."

Die Staatschefin des westafrikanischen Landes hatte Angela Merkel und neun weitere Staatschefs um Hilfe gebeten. Aus Regierungskreisen gibt es allerdings bislang keine Hinweise darauf, dass sich deutsche Soldaten über die Einrichtung einer Luftbrücke hinaus an Ebola-Hilfseinsätzen in Westafrika beteiligen werden. Auch die Bundeswehr prüfe, ob sie logistische Hilfe leisten könne, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Ein Einsatz der Bundeswehr habe keine Priorität, sagte der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, dem 'Handelsblatt'. "Wir werden die finanzielle Hilfe deutlich aufstocken müssen", fügte er hinzu. Die Fraktion der Linken im Bundestag bezeichnete die Hilfen der Bundesregierung als zu gering und zu zögerlich. Allerdings sind wohl auch noch nicht alle Details der geplanten Hilfsoperationen mit den durch die Epidemie stark belasteten Behörden in Liberia geklärt.