Besuch in Moskau

Merkel und Putin wollen an Atomabkommen mit Iran festhalten

© via REUTERS, SPUTNIK, SZH/THO

11. Januar 2020 - 18:43 Uhr

Putin und Merkel erstaunlich einig

Verkehrte Welt: Am Samstag besuchte Angela Merkel Wladimir Putin in Moskau. Der russische Präsident und die Kanzlerin waren sich in erstaunlich vielen Themen einig. Dazu zählt auch, dass sie an dem Atomabkommen mit dem Iran festhalten wollen - ganz anders, als US-Präsident Donald Trump.

"Diplomatische Kanäle nutzen"

Im Atomkonflikt des Irans mit den USA wollen Deutschland und Russland trotz der jüngsten Rückschläge an dem Abkommen von 2015 festhalten. Beide Länder seien dafür, dass diese Vereinbarung weiter umgesetzt werde, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Samstag nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel in Moskau. Merkel betonte, Deutschland wolle die Vereinbarung mit dem Iran "am Leben erhalten". Dafür müssten alle diplomatischen Kanäle genutzt werden, forderte sie. "Der Iran sollte keine Atomwaffen bekommen."

Iran kündigte an, Uran unbegrenzt anzureichern

Putin sieht dabei auch die Europäer in der Pflicht: "Die Iraner können sich auf die Verpflichtung der europäischen Länder verlassen, die versprochen haben, einen unabhängigen Finanzmechanismus zu entwickeln. Dieser Mechanismus soll seine Arbeit aufnehmen." Putin erinnerte daran, dass es der Ausstieg der USA war, der dazu geführt habe, dass der Iran seine freiwilligen Verpflichtungen aus dem Abkommen ausgesetzt habe.

Der Iran hatte vor wenigen Tagen angekündigt, keine Beschränkungen für die Anzahl und Modelle seiner Zentrifugen mehr zu beachten. Damit kann das Land sein Atomprogramm nun unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern. An der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA will Teheran festhalten.

Die USA zogen sich 2018 aus Vertrag

In dem Atomabkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Die USA zogen sich aber 2018 aus dem Vertrag zurück und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

Im Mai vergangenen Jahres begann Teheran dann, schrittweise gegen Auflagen des Atomabkommens zu verstoßen. So reicherte es inzwischen mehr Uran auf höhere Konzentrationen an als im Abkommen erlaubt.

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