Merkel und Müller treten für Schutz der Lebensgrundlagen ein

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14. November 2019 - 23:04 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel und Entwicklungsminister Gerd Müller haben deutlich größere Anstrengungen für den Schutz der Lebensgrundlagen in der Welt gefordert.

"Den Klimawandel zu verhindern und seine Folgen einzudämmen, das ist eine Existenzfrage", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Insgesamt gebe es zu wenige Fortschritte, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, warnte sie auf der Veranstaltung "Eine Welt - Unsere Verantwortung", mit der das Entwicklungsministerium eine Kampagne für nachhaltige Entwicklung einläutete.

Für eine lebenswerte und menschenwürdige Zukunft müsse es einen tiefgreifenden "Wandel in der Gegenwart" geben, so Merkel. "Wir verbrauchen immer noch mehr als 30 Prozent mehr Ressourcen, als der Planet regenerieren kann", sagte sie. Deutschland müsse vorleben, dass man in Wohlstand leben und die Nachhaltigkeitsziele erreichen kann. Bei den globalen Entwicklungsprogrammen gelte es zudem sicherzustellen, dass auch Frauen den Zugang zu Ressourcen bekommen. "Ein ganz wesentlicher Faktor sind die Frauen in diesem Prozess", sagte sie. Diese gingen oftmals auch verantwortungsvoller mit Ressourcen um.

Politiker, Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft tauschten sich auf der Veranstaltung darüber aus, wie Deutschland globale Verantwortung übernehmen kann. Schon jetzt müssten 20 Millionen Menschen aus den Dürreregionen Afrikas fliehen, so das Ministerium. Zugleich wachse die Weltbevölkerung weiter: Für die Zeit bis 2050 erwarteten Experten eine Zahl von 10 Milliarden Menschen auf der Welt.

Müller warnte vor den Folgen des Bevölkerungswachstums. "Jede Woche einmal München, jeden Monat einmal New York, jedes Jahr einmal Deutschland", sagte er, um das Tempo deutlich zu machen. Derzeit lebten etwa 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt. "Entweder wir bauen die Zukunft gemeinsam und handeln jetzt oder es gibt keine Zukunft", sagte er mit Hinweis auf ein Papst-Zitat. Nötig sei technologischer Fortschritt, ein Verhaltenswechsel bei Wachstum und bedenkenlosem Konsum sowie eine gerechte Globalisierung. Eine besondere Herausforderung sei Afrika.

Mit der im Jahr 2015 auf einem UN-Gipfel verabschiedeten Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Kernstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Quelle: DPA